Berlin -

Jetzt ist Amazon also da. Mit PillPack steigt der Internetgigant ins Apothekengeschäft ein. Noch ist die Gefahr weit weg; der US-Markt funktioniert komplett anders und war noch nie mit Deutschland zu vergleichen, hört man hier und da. Doch spätestens jetzt sollte jedem klar sein: Amazon will nicht 100, sondern 200 Prozent Apotheke sein. Und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis der Konzern auch hierzulande mit voller Wucht aufschlägt.

„1492“ lautete intern der Codename für den Einstieg von Amazon in den Apothekenmarkt. Die Anlehnung an die Entdeckung Amerikas zeigt, dass es für den Konzern nie nur um den Verkauf von Kosmetik oder OTC-Produkten ging. In Seattle hat man sich zum Ziel gesetzt, die gesamte Gesundheitsversorgung zu digitalisieren. Eine neue Welt soll entdeckt und erobert werden.

PillPack ist eines jener typischen Internet-Start-ups, die das System nicht neu erfunden, aber die richtigen Bausteine an der richtigen Stelle miteinander verknüpft haben. Wenn man sieht, wie sich die Verblisterung hierzulande entwickelt hat, muss man sich keine Sorgen machen, könnte man meinen. Immerhin hat PillPack auch nur ein paar Maschinen von JVM und Rowa in seinen Blisterzentren stehen und lässt seine Mitarbeiter ansonsten viel von Hand konfektionieren. Da war Kohl mit seinem Projekt 7x4 schon vor Jahren deutlich weiter, das am Ende aber vom System in die Knie gezwungen und zum Millionengrab wurde.

Auch die Art und Weise, wie Patienten bei PillPack an ihre Medikamente kommen, entspricht ungefähr dem, was hierzulande gerade mit verschiedenen Bestell-Apps erprobt wird. Auch hier gab es Pioniere, die ihrer Zeit voraus waren und deshalb gescheitert sind. Warum also sollte Amazon jetzt erfolgreicher sein?

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