Versandhandel

Amazon-Blister in Deutschland – eine Einschätzung Alexander Müller, 29.06.2018 11:10 Uhr

Berlin - Der Versandriese Amazon hat den auf Blister spezialisierten Versender PillPack übernommen. APOTHEKE ADHOC sprach mit Hans-Werner Holdermann, Chef der Deutschen Blistergesellschaft, über die Bedeutung für den deutschen Markt und worauf die Branche ihre Hoffnungen stützt.

ADHOC: Amazon kauft eine Versandapotheke, die eigentlich ein Verblisterer ist. Eine Option für den deutschen Markt?
HOLDERMANN: Was Amazon macht, ist nachvollziehbar und ich kann verstehen, dass sich der ein oder andere jetzt noch mehr Sorgen macht. Aber deutsche Apotheken benötigen eine Herstellerlaubnis, wenn sie industriell für Dritte verblistern wollen. In den USA ist das über die Apothekenerlaubnis abgedeckt, das ist der große Unterschied. Hier würde für keinen Patienten mehr oder weniger verblistert, nur weil es über den Versand geht.

ADHOC: Was macht Sie da so sicher?
HOLDERMANN: Schon der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist heute ein schwieriges Geschäft. Für das Verblistern gilt dies umso mehr. Sie müssen das Rezept rechtzeitig bekommen, das ist das Entscheidende. Für deutsche Apotheken ist das Rezeptmanagement das leidige Thema. Ärzte lassen sich nicht sagen, dass sie ein neues Rezept ausfüllen müssen und wann oder dass sie keine teilbaren Tabletten verordnen sollen. Die Informationen des Medikationsplans sind auch nur mit großer Mühe aktuell zu halten. Diese Dinge muss man vor Ort diskutieren.

ADHOC: Was ist mit ambulante Pflegediensten?
HOLDERMANN: Es gibt Apotheken, die das massiv bewerben, aber es wird nur sehr bedingt angenommen. Die Wahrheit ist: Nur ein Bruchteil der ambulanten Pflegedienste verblistert. Das logistische Problem bleibt: die Arzneimittel am nächsten Tag beim Patienten zu haben. Das ist schwierig, solange der Patient immer erst zum Arzt muss, um sein Rezept zu bekommen. In der Heimversorgung ist das anders: Da kommt der Arzt zum Patienten.

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