Amazon/PillPack: Kein Comeback für 7x4

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Berlin - Die industrielle Verblisterung wird nach dem Kauf von PillPack durch Amazon hierzulande keinen neuen Schwung aufnehmen. Davon geht Jörg Geller von Kohlpharma aus. „In Deutschland werden die Apotheken benötigt, da sie in Kontakt mit den Ärzten und Krankenkassen stehen.“ Allerdings warnt er die Pharmazeuten davor, sich dem neuen veränderten Marktumfeld zu verschließen.

Die Idee zum Verblistern entstand in Merzig bereits 2003. Firmenchef Edwin Kohl hatte damals noch unter dem Namen Assist ein erstes Pilotprojekt zur patientenindividuellen Verblisterung in saarländischen Pflegeheimen gestartet. 2009 fiel mit viel politischer Aufmerksamkeit der Startschuss für die industrielle Verblisterung und die 7x4-Box: Kohl begrüßte bei der Eröffnung die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), den damaligen saarländischen Gesundheits- und Justizminister Professor Dr. Gerhard Vigener (CDU) sowie die SPD-Politikerin Elke Ferner.

Doch das entwicklungsintensive Projekt nahm in Deutschland keinen Schwung auf. Nach dem Aus der AOK-Pilotprojekte in Berlin, Sachsen und Bayern sammelte das Unternehmen 2011 auch im Saarland die eigenen Computer bei den teilnehmenden Apotheken wieder ein. „Wir sind sehr enttäuscht, dass wir die industrielle Verblisterung aufgeben mussten. Die Anlagen sind verkauft“, sagt Geller heute.

Durch den Einstieg von Amazon in den Arzneimittelversand in den USA sieht Geller keine neuen Impulse für Deutschland. „Der deutsche Markt ist völlig anders als der amerikanische. Wir haben andere gesetzliche Voraussetzungen.“ Die Struktur sei nicht zu vergleichen, da in Deutschland der Patient und nicht die Krankenkasse die Apotheke auswähle. Grundsätzlich könne es natürlich sein, dass sich auch deutsche Unternehmen jetzt wieder auf das Verblistern konzentrieren. „Verblisterung hat aber nichts mit Versand zu tun.“

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