Industrielle Verblisterung

7x4-Pilotprojekte vor dem Aus

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Die Kohl-Tochter 7x4-Pharma stellt ihre exklusiven Modellprojekte ein. Im Mai sollen die Pilotversuche in Berlin und Sachsen auslaufen, teilte das Unternehmen mit. Damit dürften die Maschinen in Merzig demnächst stillstehen - nur an einem Pilotprojekt in Bayern ist 7x4 als einer von mehreren Partnern mit einer Apotheke noch beteiligt.

Der Hersteller industrieller Blister hofft mit den Ergebnissen zu überzeugen: Der Nutzennachweis sei erbracht, Details für Berlin würden Mitte Mai veröffentlicht. Von dem Modell in Sachsen erhofft sich 7x4 einen weiteren Nutzennachweis, da in der ambulanten Versorgung die Therapietreue geringer und die Folgekosten ohne Blister höher seien.

In Berlin hatten sich zuletzt 14 Apotheken, 21 Pflegeeinrichtungen und 550 Patienten an dem Projekt beteiligt. Noch im Februar hatte die AOK Nordost überlegt, die Versorgung mit Blistern auch auf den ambulanten Bereich auszudehnen - gleichzeitig aber betont, dass die Politik die Rahmenbedingungen gestalten müsse.

Doch die Politik hält sich zurück. Weder ist der industriellen Verblisterung das Teilen von Tabletten erlaubt, noch gibt es Regeln zur Zuzahlungsbefreiung oder zur Abrechnung.

In Sachsen kämpfte 7x4 zudem von Anfang an mit Schwierigkeiten. Weil die Kooperation mit der AOK Plus in Region Löbau-Zittau nur schleppend anlief, verlegte das Unternehmen im April 2010 das Projekt und nahm Dresden sowie den Landkreis Görlitz hinzu. Derzeit beteiligen sich nach AOK-Angaben knapp 90 Apotheken sowie rund 45 Ärzte an dem Modell.

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