Phoenix-Aufsichtsrat: Apotheken werden wegdigitalisiert

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Berlin - Wenn es um die Herausforderungen der Plattformökonomie geht, sitzen Apotheken vor Ort und Versandapotheken in einem Boot. Zu dieser Einschätzung kommt Nils Seebach in einem Gastbeitrag für den Handelsblatt-Newsletter „Inside Digital Health“. Der Online-Experte ist seit zwei Jahren Mitglied im Aufsichtsrat von Phoenix.

Seebach beschreibt die Situation der Apotheken in seinem Heimatdorf: Eine Apotheke baue sich zum Gesundheitszentrum aus, die anderen beiden Konkurrenten machten seit Jahrzehnten das gleiche Geschäft. „Zwei der drei Apotheken im Dorf werden den Wandel der Digitalisierung nicht überleben“, so Seebachs Fazit.

Konsumenten seien es längst gewohnt, Produkte und Services jederzeit, schnell und preiswert zu bekommen. Auch der Apothekenmarkt stehe daher vor einem gewaltigen Umbruch. Die Sorge der Apotheker vor DocMorris sei aber die falsche: „Sie suchen sich eine Schlacht im falschen Krieg.“ Denn Plattformen wie Amazon arbeiteten unter Hochdruck daran, in den Gesundheitssektor vorzudringen_ „Wenn Menschen dort schon Tintenpatronen oder Toilettenpapier bestellen, warum nicht auch Tabletten? Zwei bis vier Jahre, viel länger wird es bis zum Markteintritt in Europa nicht dauern.“

Mit solchen Plattformen rolle eine gewaltige Digitalisierungswelle auf die Apotheken zu. Und daher rät Seebach ihnen dazu, schnellstmöglich Antworten zu suchen, um nicht zu verschwinden: „Wenn stationäre Apotheken heute noch auf Schutzbehauptungen wie ‚Wer will schon Medikamente anonym und ohne persönliche Beratung kaufen?‘ setzen, dann ist ihnen schon lange nicht mehr zu helfen. Wenn Versand-Apotheken glauben, irgendeinen Vorteil gegenüber Amazon & Co zu haben, dann ist ihnen genauso wenig zu helfen.“

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