Pharma-Übernahme

Tubulis: Grünes Licht für Gilead

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Berlin -

Der US-Pharmakonzern Gilead darf die Münchener Entwicklungsfirma Tubulis kaufen. Das Bundeskartellamt hat grünes Licht gegeben.

Gilead hatte die Übernahme vor einem Monat bekannt gemacht, der Kaufpreis liegt bei bis zu fünf Milliarden US-Dollar. Zunächst zahlt der Pharmakonzern für den nicht börsennotierten Krebsspezialisten 3,15 Milliarden Dollar, bis zu 1,85 Milliarden Dollar können an Meilensteinzahlungen hinzukommen. Der Deal soll noch in diesem Quartal abgeschlossen werden. Verkäufer sind verschiedene Fonds.

Tubulis entwickelt Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC) für den onkologischen Bereich. Der wichtigste Kandidat TUB-040 ist ein gegen NaPi2b gerichteter Topoisomerase-I-Inhibitor (TOPO1i) und befindet sich derzeit in Phase 1b/2 der klinischen Entwicklung für platinresistenten Eierstockkrebs und nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC). Gilead wird zudem TUB-030 erwerben, ein gegen 5T4 gerichtetes Konjugat, das vielversprechende erste klinische Daten bei verschiedenen soliden Tumorarten gezeigt hat.

Die Programme von Tubulis bergen laut Gilead ein breites Potenzial für verschiedene Tumorarten und ergänzen Gileads bestehende Entwicklungs- und Vermarktungskompetenz im Bereich Onkologie.

Tubulis wurde 2019 als Spin-off der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) gegründet. Federführend waren Molekularbiologen um Professor Dr. Heinrich Leonhardt am Biozentrum der LMU und Professor Dr. Christian Hackenberger vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie Berlin (FMP Berlin). Neben Evotec waren verschiedene Fonds und Investoren beteiligt.

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