Patentstreit um HIV-Medikament

Biktarvy: GSK und Gilead einigen sich

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Berlin -

GlaxoSmithKline (GSK) hat sich in einem Patentstreit über das HIV-Medikament Biktarvy (Bictegravir, Tenofoviralafenamid, Emtricitabin) mit dem US-Konkurrenten Gilead Sciences geeinigt. Gilead wird zunächst 1,25 Milliarden US-Dollar an das HIV-Gemeinschaftsunternehmen ViiV Healthcare zahlen, das GSK gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer und der japanischen Firma Shionogi betreibt, teilten die Briten am Mittwoch in London mit. Am Morgen zog das GSK-Papier um rund ein halbes Prozent an.

Die ViiV-Partner hatten Gilead vorgeworfen, mit Biktarvy bestimmte Patente des eigenen Medikaments Dolutegravir zu verletzen. Mit der Einigung enden die anhängigen Patentstreitigkeiten in zahlreichen Ländern wie etwa den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Japan. Der US-Konzern ist zudem bereit, künftig 3 Prozent seiner US-Einnahmen aus Biktarvy als Tantiemen an das Joint Venture abzuführen. Die Zahlung soll mit dem Auslaufen des entsprechenden ViiV-Patents Anfang Oktober 2027 enden.

Entsprechend seiner Beteiligung von 78,3 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen fließt der größte Teil der Zahlung GlaxoSmithKline zu. Jefferies-Analyst Peter Welford sprach in einer ersten Reaktion von einer „schönen Summe“ und sieht Aufwärtspotenzial für die Aktie. Die Umsätze von Biktarvy dürften sich laut Markterwartungen zwischen Februar 2022 und Oktober 2027 auf rund 50 Milliarden Dollar belaufen, erklärt der Experte.

Im Gegenzug erhält Gilead dafür eine weltweite Lizenz für bestimmte Dolutegravir-Patente, sowie die Garantie, dass Viiv Healthcare keine weiteren Ansprüche in Bezug auf Biktarvy sowie dessen Inhaltsstoff in möglichen weiteren Medikamenten durchsetzt.

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