5-Jahres-Plan: 14,5 Milliarden Euro für Apotheken

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Berlin -

In Großbritannien hat Gesundheitsminister Matt Hancock einen 14,5 Milliarden Euro schweren Fünf-Jahresplan für Apotheken aufgelegt. Jedes Jahr erhalten die 14.000 Apotheken knapp 3 Milliarden Euro. Pharmazeuten sollen dort zu „Mini“-Ärzten ausgebildet werden. Patienten mit kleineren Erkrankungen wie Ohrenschmerzen oder Halsschmerzen sollen zunächst in die Apotheke gehen.

Der Modellversuch ist auf fünf Jahre angelegt. Wenn die Tests erfolgreich sind, werden Hausärzte und Notärzte in den nächsten fünf Jahren beginnen, Patienten an den Service zu verweisen. Patienten haben aber weiterhin die Möglichkeit, ihren Hausarzt aufzusuchen, wenn sie dies möchten. Ziel der Reform ist es nach Angaben des britischen Gesundheitsministeriums, „die Fähigkeiten der Apotheker besser zu nutzen, da die Apotheker eine 5-jährige Ausbildung erhalten, die ihnen Expertenwissen über Arzneimittel und Arzneimittelwechselwirkungen vermittelt.“

Entlastet werden soll zudem das nationale Gesundheitssystem NHS, weil Millionen von Terminen aus Arztpraxen und Kliniken von Gemeindeapothekern übernommen werden können. Schätzungen zufolge könnten bis zu 6 Prozent aller Hausarztkonsultationen in eine Gemeinschaftsapotheke überführt werden. Dies sind bis zu 20 Millionen Termine pro Jahr.

Die „Community Pharmacy Contractual Framework“ genannte Reform soll ab Oktober in Kraft treten und konzentriert sich auf Prävention, Notfallversorgung und Arzneimittelsicherheit. Dafür stellt das britische Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben für die 14.000 Apotheken des Landes knapp 14,5 Milliarden Euro bereit. Der Betrag entspricht in etwa der bisherigen Apothekenfinanzierung. Es gibt allerdings Umschichtungen.

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