Medicharge: Apotheker digitalisiert Heimversorgung

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Berlin - Die Heimversorgung ist für Apotheken oft vor allem eins: Zettelkram und Bürokratie. Dabei lassen sich vor allem solche Arbeitsbereiche besonders gut mit digitalen Tools vereinfachen. Das dachte sich auch Apotheker Alexander Eschrich. Also baute er seine eigene Lösung. Eine Handvoll Apotheken nutzt das System Medicharge bereits. Mit einer neuen, verbesserten Version und einem eigenen Vertriebsteam soll es nun bundesweit die Heimversorgung erleichtern.

„Ursprünglich wollte ich nur das ganze Gefaxe loswerden“, sagt der Inhaber der Bodden Apotheke in Stralsund. Sechs Pflegedienste versorgt er, insgesamt verblistert er für rund 800 Patienten. „Der Aufwand dafür im Backoffice war beachtlich. Es hat sehr viel Zeit gefressen, weil alles handschriftlich erledigt werden musste. Bei Nachfragen musste man alle Dokumente durchwühlen und dauernd hat das Telefon geklingelt. Das hat auch an den Nerven der Mitarbeiter gezehrt.“

Ein Mitarbeiter sei zuvor 25 Stunden pro Woche nur damit beschäftigt gewesen, Bestellungen zu bearbeiten, die entweder als Fax oder als ausgedruckte E-Mail hereinkamen, jede Kleinigkeit in Formularen festzuhalten und dann per Fax zu verschicken. Dabei mussten alle Arbeitsschritte schriftlich dokumentiert und in einem Ordner abgeheftet werden. Änderten sich Bestellungen, waren neue Formulare notwendig. Hinzu kamen ständige telefonische Nachfragen in beide Richtungen – nicht zuletzt, weil der Absender eines Faxes keine Empfangsbestätigung erhalt, also bei wichtigen Änderungen noch einmal persönlich nachgefragt werden musste.

Dabei ließen sich die meisten dieser Tätigkeiten durch digitale Anwendungen ersetzen und weitaus effizienter gestalten. Das dachte sich auch Eschrich und nahm Kontakt zu den Softwareentwicklern von Orcas auf. Gemeinsam entwickelten sie mit Mediacharge ein digitales Rezeptmanagementsystem, das auf die Bedürfnisse von heimversorgenden Apotheken zugeschnitten ist.

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