Polizeischutz bei Homöopathie-Vortrag | APOTHEKE ADHOC
Vortrag von Natalie Grams

Polizeischutz bei Homöopathie-Vortrag

, Uhr
Berlin -

Gewaltandrohung gegen die Hahnemann-Gesellschaft: Weil ein Skeptiker auf Twitter ankündigte, „eventuell anwesende Hahnemannianer so richtig rund zu machen“, musste der Vortrag von Natalie Grams gestern Abend an der Universität Mainz unter Polizeischutz stattfinden. Schon im Vorfeld hatte es Ärger um die Veranstaltung gegeben.

„Der Hörsaal war voll, es waren fast 120 Personen anwesend“, sagt Ulrike Fröhlich vom Vorstand der Hahnemann-Gesellschaft. Befürworter und Gegner der Homöopathie und Studenten. Da die vertretenen Anhänger der alternativen Therapierichtung Sorge um ihre Sicherheit hatten, hatten sie nach der Twitter-Ankündigung die Polizei informiert. Die Referentin selbst legt Wert auf die Feststellung, dass sie es war, die um Polizeischutz gebeten hatte.

„Als wir ankamen, stand ein Polizeiauto vor der Universität“, sagt Fröhlich. Die zwei Beamten waren rund 20 Minuten während des Vortrages vor Ort, da es friedlich blieb, verließen sie die Uni wieder.

Die Hahnemann-Gesellschaft hatte bereits in der vergangenen Woche beim Uni-Präsidenten zu erwirken versucht, dass der Auftritt der Ärztin und Homöopathie-Kritikerin gestrichen wird. Vergeblich, die Universität ließ den Vortrag von Grams wie geplant über die Bühne gehen.

Nach dem Vortrag, der ruhig verlief, gab es eine Podiumsdiskussion. „Ich habe versucht, eine Frage zu stellen, dazu kam es leider nicht, weil ich vier Mal unterbrochen wurde“, sagt Fröhlich. Ihre Befürchtungen seien, so sagt sie, eingetreten: „Es waren überwiegend Studierende da, viele junge Leute, die die Qualität der wissenschaftlichen Darstellung überhaupt nicht abschätzen konnten.“

Der Name Grams ist in der Homöopathen-Szene ein rotes Tuch. Die Ärztin veröffentliche 2015 das homöopathiekritische Buch „Homöopathie neu gedacht – Was Patienten wirklich hilft“. Im Rahmen der Recherchen war die praktizierende Homöopathin zur entschiedenen Gegnerin geworden. In Zeitungsartikeln wird sie schon mal als „Nestbeschmutzerin“ oder „Ketzerin“ bezeichnet.

Die Angst der Hahnemann-Gesellschaft: Menschen, die Grams-Vorträge besuchen oder ihre Bücher lesen, könnten Gefahr laufen, keine fundierten Informationen über Homöopathie bekommen. Bei diesem Thema sind die Fronten verhärtet. Seit Jahren kritisieren Befürworter der Homöopathie ihre Gegner – und umgekehrt.

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