Heilpraktiker: Doppelmoral der Kritiker

, Uhr

Berlin - Homöopathiekritiker haben in den vergangenen Wochen für Diskussionen gesorgt: Das neu gegründete „Netzwerk Homöopathie“ fordert eine Abschaffung der Apothekenpflicht und die Umbenennung der Alternativmedizin in „Pseudomedizin“. Jetzt äußert sich die Gegenseite zu den Vorstößen: Das ideologische Denken der Kritiker verliere die Patienten aus den Augen, moniert die Union Deutscher Heilpraktiker (UDH) in einem offenen Brief.

Die Heilpraktiker werfen den Homöopathiekritikern Doppelmoral vor: Wenn es um alternative Heilmethoden gehe, werde ein wissenschaftlicher Nachweis gefordert. Schulmedizinischen Methoden habe man dagegen Mängel bei der wissenschaftlichen Belegbarkeit immer wieder nachgesehen, heißt es in dem Brief.

Als Beispiel führt die UDH die Substanzklasse der Anästhetika an. Bis heute wisse niemand, wie ein Betäubungsmittel eigentlich funktioniere, so die Heilpraktiker. Die Erfahrungen von Patienten wie Therapeuten belegten jedoch eindeutig, dass die Mittel wirken. Es sollte daher immer die Frage gestellt werden, ob der Wirkstoff oder das Therapieverfahren dem Patienten hilft, anstatt den nicht bekannten Mechanismus der Wirkung in der Vordergrund zu stellen.

Dass homöopathische Mittel keinen Wirksamkeitsnachweis scheuen müssen, wollen die Heilpraktiker anhand von Studien zeigen. So wird unter anderem eine Metastudie aus dem Jahr 2014 zitiert, die nach Ansicht der UDH die positiven Effekte von homöopathischen Mitteln belegt. Autoren der Analyse führen allerdings an, dass die Ergebnisse wegen der niedrigen Qualität der eingeschlossenen Studien mit Vorsicht zu betrachten sind. Von 32 eingeschlossenen Studien wurde lediglich dreien eine ausreichende Evidenz bescheinigt.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

eigentlich sollten hier die Kommentare zum Artikel stehen.
Leider funktioneren die Kommentare seit ein paar Tagen nicht mehr für manche Nutzer und Sie scheinen leider zu diesen zu gehören.
Bitte versuchen Sie, alle Cookies von apotheke-adhoc zu löschen. Die Kommentare sollten anschließend wieder angezeigt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, einen anderen Browser zu verwenden.
Sollte dies nicht der Fall sein, verwenden Sie bitte unser Kontaktformular und schicken Sie uns Informationen über Ihr Betriebssystem und den verwendeten Browser, damit wir Ihnen weiterhelfen können.

Eine Anleitung, wie Sie Ihre Cookies löschen können, finden Sie z.B. hier.

Mehr zum Thema

Neuer OTC-Deutschlandchef
Von Weleda zu Stada »
Weiteres
Zwischenblutungen und unregelmäßige Menstruation
Beeinflusst die Covid-Impfung den weiblichen Zyklus?»
Öffnungszeiten und beschäftigte Mitarbeiter
Corona-Tests: Neue Dokumentationspflichten»
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
Wie erzielt man Reichweite?
Instagram für die Apotheke»
Apotheker enttäuscht über Entschädigung
PTA muss 11.400 Euro an Ex-Chef zahlen»
Rätselbilder für echte Kenner
Zu wem gehört das Logo?»