Globuli gegen Schwulsein

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Berlin - Homöopathie und Religion haben eine Gemeinsamkeit: Beide widersprechen den Gesetzen der Naturwissenschaft. Deshalb leben sie davon, dass man an sie glaubt – und sind entsprechend umstritten. Kommen beide Strömungen zusammen, treiben sie oft noch wildere Blüten: So ist Gero Winkelmann, seines Zeichens Präsident des Bundes Katholischer Ärzte (BKÄ), dafür bekannt, dass er Homosexualität „heilen“ will – mit Globuli.

Er ziert sich, Homosexualität eine Krankheit zu nennen, denn darauf gäbe es in der Öffentlichkeit immer „heftige Reaktionen“. „Störung“ ist ihm deshalb vorerst lieber. Egal ob Krankheit oder Störung: Winkelmann ist überzeugt, dass man Homosexualität „therapieren“ kann. „Fünf bis sechs Mal“ sei ihm das auch schon gelungen und er erhalte bis heute regelmäßig Anrufe aus der ganzen Welt von Männern, die sexuelle Gefühle für andere Männer empfinden, sich aber dagegen zur Wehr setzen. Winkelmann glaubt, ihnen helfen zu können.

Der hauptberufliche Bereitschaftsarzt aus München ist tief religiös. Auf seiner Homepage weist er unter anderem auf die Möglichkeit hin, sich täglich per Fernsehen segnen zu lassen; was man doch am besten auch tun solle. Gleichgesinnte hat er im Bund Katholischer Ärzte (BKÄ) gefunden, mit dem er sich für religiöse Anliegen in der Medizin einsetzt. Wenngleich der Name staatstragend klingt, ist der BKÄ nur eine Splittergruppe: Rund 400 Ärzte seien Mitglied „und davon vielleicht 20 aktiv“, erklärt Winkelmann.

Rund die Hälfte der aktiven Mitglieder versammelt sich im zehnköpfigen „Arbeitskreis Homöopathie“ des BKÄ, der laut eigenen Angaben wiederum mit 20 weiteren Ärzten in Deutschland und Österreich in Kontakt steht. Es ist also keine einflussreiche Interessengruppe, die sich da zusammengefunden hat. Wofür sie sich einsetzt, ist dafür umso öffentlichkeitswirksamer.

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