Konversionstherapien

Spahn: „Homo-Heilung“ ist Körperverletzung

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Berlin -

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht in vermeintlichen Therapien von Homosexualität eine Form der Körperverletzung. Verbieten könne man sie dennoch nicht ohne weiteres – deswegen fordert er die Bürger auf, sich mit Konzepten an ihn zu wenden.

Wer eine gute Idee hat, wie man selbsternannten Homo-Heilern das Handwerk legen kann, der sollte Jens Spahn eine E-Mail schreiben. Dazu forderte der Gesundheitsminister die Zuschauer seiner „Sprechstunde“ bei Facebook auf, nachdem eine Nutzerin ihn danach fragte. Es sei ein Thema, das ihn immer wieder erreiche. Wie viele Anbieter dieser „Therapie“ es gibt, weiß er selbst aber auch nicht.

Auch Aufforderungen aus Petitionen, die ein Verbot fordern, erhalte er immer wieder und sei „grundsätzlich gar nicht dagegen“, die vermeintlichen Homo-Heilungen zu verbieten, sagte Spahn. „Ich halte davon gar nichts, das ist Quatsch. Und es ist vor allem für die Betroffenen, denen da irgendwas eingeredet wird, eine enorme psychische Belastung und kann auch zu dauerhaften psychischen Problemen führen“, so der 38-Jährige. „Deswegen ist das auch eine Form von Körperverletzung, was dort stattfindet.“

Die Frage nach einem Verbot sei jedoch juristisch nicht so einfach zu lösen. „Aber die Frage ist, WIE man es verbieten soll. Und darauf kriege ich leider meistens keine Antwort, auch nicht von denen, die da die Petition gemacht haben.“ Denn dazu müsste man ja kontrollieren können, was zum Beispiel bestimmte Psychotherapeuten mit ihren Patienten besprechen.

Wenn jemand eine solche Therapie offen bewerbe, es also offenkundig ist, dann könne man agieren. „Aber wenn da jemand ist, der seine Praxis hat und da solche Angebote in der Therapie entwickelt, verkauft, versucht an den Mann oder die Frau zu bringen, dann ist das wahnsinnig schwer, das irgendwie rauszufinden, das zu bemerken“, erklärt er, „weil wir ja nicht anfangen wollen, die Therapiestunden abzuhören“.

Die Frage sei deshalb, wie man diese Therapien so verbieten könne, dass es wirksam wäre. Auch mit dem Bundesjustizministerium habe er deshalb schon Rücksprache gehalten. „Wir können da irgendwas in ein Gesetz reinschreiben, aber wenn das keiner kontrollieren kann und es keine Folgen hat, bringt das ja auch nichts.“ Deshalb forderte er die Zuschauer auf: „Wer eine gute Idee hat, wie man das macht, so dass das auch praktikabel ist, kann die gerne mal rüber schicken, hier bei Facebook oder per E-Mail oder sonst was, dann schau ich mir das gerne an.

Erst vor knapp vier Wochen war die Bundesregierung von der Linken mit dem Thema konfrontiert worden. In der Antwort auf eine kleine Anfrage von deren Bundestagsfraktion stellte die Regierung klar, dass sie Homosexualität nicht als Krankheit sehe und dahingehende „Therapieangebote“ ablehne. Das Phänomen ist randständig, aber nicht verdeckt. Mediziner wie Gero Winkelmann vom Bund Katholischer Ärzte bieten seit Jahren öffentlich an, Homosexualität auch mit Hilfe von Homöopathie zu „heilen“.

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