Alternativmedizin

„Schwarze Salbe“ gegen Krebs: Alternativer Tod Tobias Lau, 20.07.2018 09:10 Uhr

Berlin - Alternativmedizinische Methoden können bei der Therapie kleinerer Leiden durchaus erfolgreich sein. Sobald es um ernste Erkrankungen geht, raten medizinisch geschulte Experten in der Regel von ihnen ab. Dennoch hält sich auch in deutschen Esoterikerkreisen seit Jahren hartnäckig das Gerücht, man könne Krebs mit einer sogenannten „Schwarzen Salbe“ heilen. Eine Frau aus den USA bezahlte diesen Irrglauben nun mit dem Leben.

Haut- und Brustkrebs kann man durch eine Entzündungsreaktion des Immunsystems selbst heilen, lautet das Dogma. Dazu muss man nur eine selbst angemischte Salbe auftragen, die unter anderem aus Zinkchlorid, kanadischem Blutwurz, Spitzwegerich, Calendulaöl und Aktivkohle besteht. Das klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es auch. Trotzdem hält sich seit vielen Jahren im esoterischen Milieu fest der Glaube an sogenannte „Schwarze Salbe“. Nicht nur Krebs könne man mit ihr heilen, sondern auch Warzen oder Muttermale entfernen sowie Entzündungen behandeln und Entgiftungen durchführen.

Woher genau das Rezept stammt, lässt sich kaum noch nachvollziehen. Anhänger erwähnen unter anderem amerikanische Ureinwohner oder Hildegard von Bingen, die damit Tumore behandelt haben soll. Fakt ist jedenfalls, dass die angeblich zuvor in Vergessenheit geratene Behandlungsmethode in den letzten Jahren eine kleine Renaissance erlebt.

Die alternativmedizinische Webseite „Spirit of Health Magazin“ schreibt das zu einem großen Teil dem Verleger und Aktivisten Leo Koehof zu – der mit seinem Jim Humble Verlag selbst hinter der Seite steht. Koehof hat sich in der Welt der Alternativmediziner und Wunderheiler schon einen Namen gemacht. Sein Steckenpferd ist das sogenannte „Miracle Mineral Supplement“ (MMS) des namensgebenden Niederländers Jim Humble, mit dem er vorgibt, Aids, Hepatitis A, B und C genauso wie Herpes und Tuberkulose heilen zu können.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

Klägerin legt Berufung ein

Streit um Verhütungspille Yasminelle geht in nächste Instanz»

Pharmakonzerne

Wegen Pfizer: GSK-Chairman tritt ab»

Angriff auf Aspirin

Stada bringt Grippostad Complex»
Politik

Apothekenreform

Kiefer: Mehr Dienstleistungen, mehr Honorar»

Digitalisierung

Rechnungshof moniert schleppende Vernetzung des Gesundheitswesens»

Berlin

Neues Zentrum für internationalen Gesundheitsschutz»
Internationales

Apothekenketten

Walgreens und Microsoft gehen gemeinsam auf Datenjagd»

Versorgung in Großbritannien

Brexit: Pharmaverbände befürchten Engpässe»

Schneemassen in Österreich

Apothekendach geräumt: Team atmet auf»
Pharmazie

AMK-Meldung

Heumann ruft Irbesartan zurück»

Erkältung-Kombis

Grippemittel: Wer mischt mit?»

Humane Papillomviren

Gebärmutterhalskrebs: Impfstoff als Therapie»
Panorama

Medikamenten-Hilfsprojekt

Easy-Apotheke + Kneipe = Obdachlosenhilfe»

Hilfsmittel

Das Inkontinenz-Dilemma»

Immer weniger Kunden

Apothekerin schließt – und wechselt zur Konkurrenz»
Apothekenpraxis

Pilotprojekt

Notdienst: Apotheken-Terminal in der Arztpraxis»

Reaktion auf SZ-Artikel

Apothekerin an Journalistin: Bringen Sie einen Schlafsack mit!»

Einmal das Mittel aus der Werbung! (Teil 2)

Von fliegenden Pfannkuchen und Schmerzausschaltern»
PTA Live

Trier

Schnuppertag für den PTA-Nachwuchs»

Konkurrenzkampf im Team

Wenn der Kollege zum Feind wird»

PTA Lehrakademie Köln

Tafel statt HV – Dozentin an der PTA Schule»
Erkältungs-Tipps

Internationale Erkältungstipps

Grappa-Milch und Hot-Toddy: Hausmittel aus fernen Ländern»

Abwehrkräfte

Immunsystem: Der wichtigste Schutzschild»

Nasenschleimhaut

Winter: Stress für die Nase»