OTC-Markt

Homöopathie: Es läuft trotz Krise Tobias Lau, 17.08.2018 09:28 Uhr

Berlin - Es sei höchste Zeit, eine „konstruktive Diskussion über den homöopathischen Unsinn in den Apotheken anzustoßen“, forderte der emeritierte Medizinprofessor Edzard Ernst kürzlich in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung. Tatsächlich hat Homöopathie einen schweren Stand, seit die Kritiker zum Sturm geblasen haben. Im vergangenen Jahr drückte die Debatte die Ab- und Umsatzzahlen, doch die haben sich zuletzt erholt.

Aktuellen Zahlen des Marktforschungsunternehmens Iqvia zufolge haben sich die Absatzzahlen von homöopathischen Arzneimitteln im ersten Halbjahr 2018 stabilisiert. 2017 war ein schweres Jahr für die Hersteller: Mit etwas über 53 Millionen Packungen gingen rund 3,6 Prozent weniger über den HV-Tisch als im Vorjahr. Nach langen öffentlichen Diskussionen über Sinn und Unsinn der Homöopathie zeigte sich vor allem bei den Verordnungen ein Rückgang: Während es in der Selbstmedikation ein Minus von 2,8 Prozent gab, brach die Zahl der Packungen, die auf Privat- und Kassenrezept abgegeben wurden, um 6,8 beziehungsweise 14 Prozent ein.

Dieser Abwärtstrend scheint vorerst gestoppt. Bei den Absatzzahlen zeigte sich in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres ein leichtes Plus von 1 beziehungsweise 4,2 Prozent. 28 Millionen Packungen gingen zwischen Januar und Juni über den HV-Tisch, fast 800.000 mehr als im Vorjahr, aber immer noch 300.000 weniger als im gleichen Zeitraum 2016.

Damit setzten die Hersteller nach Apothekenverkaufspreisen (AVP) 393 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2018 um. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 23 Millionen Euro weniger. Hier ist die Zweijahrestendenz eindeutiger: Im gleichen Zeitraum 2016 waren es noch 366 Millionen Euro. Trotz schwankender Absätze sprudelt also kontinuierlich mehr Umsatz.

APOTHEKE ADHOC Debatte