„Die Wahrheit über die Homöopathie“

Homöopathen feiern RBB-Doku

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Berlin -

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (BVhÄ) kritisiert oft, was er als Hetze gegen die Homöopathie sieht. Er kann jedoch auch umgekehrt: Am Montagabend strahlt der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) eine Doku über Globuli und Co. aus, die ganz nach dem Geschmack des Verbands ist. Und das, obwohl eine seiner Lieblingsfeinde darin prominent zu Wort kommt.

Nicht weniger als „Die Wahrheit über die Homöopathie“ verspricht die gleichnamige TV-Dokumentation, die am Montag um 21.15 Uhr im öffentlich-rechtlichen RBB ausgestrahlt wird. Um eine „Spurensuche“ handele es sich dabei, moderiert RBB-Reporter Sven Oswald den Film an, die bei Patienten beginnt, „die sich beim Homöopathen auf eine Reise ins Ungewisse begeben“. Startpunkt ist ein junger Migränepatient, der sich in die Behandlung des Internisten und Homöopathen Dr. Günther Heck aus Berlin begibt.

Der Filmmacher gibt sich spürbar Mühe, möglichst neutral aufzutreten, aber auch abzuwägen. „Seit über 200 Jahren gibt es die Homöopathie jetzt. Wenn sie kompletter Humbug wäre, hätte sie sich doch längst erledigt, könnte man meinen“, so Oswald. „Andererseits hätte sie auch genug Zeit gehabt, wirklich zu überzeugen – selbst die Kritiker.“ Doch die Ablehnung gegenüber Globuli und Co. wachse. „Es ist ungemütlich geworden für die Homöopathie“, konstatiert er und insinuiert, dass der wachsende Widerstand auch an erfolgreichem Lobbyismus liegen könnte.

Daraufhin kommen kursorisch auch Kritiker zu Wort wie Norbert Aust vom Informationsnetz Homöopathie, der auf die Widersprüche zu grundlegenden naturwissenschaftlichen Erkenntnissen verweist. „Die Astrologie ist auch nicht Teil der Astronomie und die Homöopathie darf nicht Teil der Medizin sein“, sagt Professor Dr. Norbert Schmacke vom Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen. Und da wenige Dokumentationen über die Homöopathie ohne ihre wahrscheinlich bekannteste Kritikerin auskommen, kommt auch Dr. Nathalie Grams, die mit organisierten Vertretern der Homöopathie regelmäßig in öffentlichem Clinch, liegt zu Wort. Erst im Februar und März lieferte sie sich einen öffentlichen Schlagabtausch mit der Hahnemann-Gesellschaft, nachdem die – erfolglos – versucht hat, Grams-Vorträge bei der Apothekerkammer Niedersachsen zu verhindern.

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