Cannabis: Streit um Apothekerpreise

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Berlin -

Cannabis auf Rezept: Das ist für die Betroffenen eine gute Nachricht. Cannabis als Rezeptur: Das ist den Krankenkassen an und für sich zu teuer. Auch ein Arzt wirft den Apothekern Geldgier vor. Er sucht im Internet nach Pharmazeuten, die günstiger abrechnen.

Dr. Franjo Grotenhermen forscht seit Jahren zum Thema Cannabinoide und behandelt seine Privatpatienten auch mit Cannabis. Er ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) und Geschäftsführer der International Association for Cannabinoid Medicines (IACM). Auf der Website seines Vereins wirft er den Apothekern vor, bei Cannabis überhöhte Preise abzurechnen.

Der Mediziner sieht nicht ein, dass Cannabisblüten als Rezepturarzneimittel eingestuft werden. Schließlich werde die gelieferte Ware nicht verarbeitet, sondern allenfalls umgefüllt. Den Zuschlag von 90 beziehungsweise 100 Prozent hält er für überzogen. Er fordert die Apotheken auf, Cannabisblüten wie Fertigarzneimittel zu behandeln und die entsprechenden Kosten abzurechnen.

Grotenhermen rechnet vor: „Werden 5 g Cannabisblüten als Fertigarzneimittel behandelt, so kosten diese den Patienten 68,61 Euro, und der Apotheker verdient etwa 10 Euro. Werden die Cannabisblüten als Rezepturarzneimittel behandelt, so kann der Apotheker auf den Einkaufspreis 100 Prozent aufschlagen, sodass der Abgabepreis bei 113,31 Euro liegen würde, und der Apotheker fast 50 Euro verdient.“

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