Ärzte begrüßen Cannabis auf Rezept

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Berlin - Deutschlands Ärzte begrüßen die Freigabe von staatlich kontrolliertem Cannabis auf Rezept. „Ich rechne mit einer gewissen Ausweitung der entsprechenden Therapien, doch in welchem Ausmaß ist offen“, sagte der Chef der Sucht-Arbeitsgruppe der Bundesärztekammer, Dr. Josef Mischo. „Wir begrüßen als Ärzteschaft, wenn nun die therapeutischen Möglichkeiten erweitert werden.“

In Deutschland wird Cannabis als Medizin nach einem neuen Gesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) nun unter staatlicher Aufsicht vertrieben. Dazu steht eine Cannabisagentur beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor dem Start.

Mischo, der zugleich Präsident von Saarlands Ärztekammer ist, sagte: „Es ist gut, dass der Gesetzgeber es weitgehend dem Arzt überlässt, zu entscheiden, ob Cannabis eingesetzt wird.“

Wem Cannabis genau nützt, weiß man noch nicht genau. Schwerkranke sollen es bekommen können, aber exakte Krankheitsbilder gibt es im Gesetz nicht. Cannabis kann etwa helfen bei Multipler Sklerose, gegen chronische Schmerzen und bei Appetitlosigkeit wegen AIDS oder Krebs oder Alzheimer. Mischo sagte: „Zur Evidenz gibt es relativ wenig Daten.“ Deshalb sei die geplante Begleiterhebung gut. „Ich erwarte, dass wir deutlich bessere Daten darüber bekommen, wofür Cannabis tatsächlich sinnvoll ist und für welche Krankheiten dies weniger der Fall ist.“

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