GKV: Kein Cannabis-Profit für Apotheken

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Berlin - Die Krankenkassen stehen der geplanten Freigabe von Arzneimitteln auf Cannabisbasis skeptisch gegenüber. In seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kritisiert der GKV-Spitzenverband die unbefriedigende Evidenz, verweist auf steigende Kosten und fordert eine Erstattungsausnahme für ehemals Abhängige. Außerdem würden Apotheken nach den derzeitigen Plänen zu viel an der Abgabe verdienen.

Apotheken sollen laut Gesetzentwurf künftig nicht nur Fertigarzneimittel und Rezepturen, sondern auch Cannabisblüten und Cannabisextrakte in pharmazeutischer Qualität abgeben dürfen. Aus Sicht des GKV-Spitzenverbandes ist die Preisbildung für die Abgabe von Cannabisblüten allerdings unzureichend bestimmt.

„Da es sich bei der Abgabe in der Apotheke um eine Abgabe von Stoffen in unveränderter Form handelt, würde gemäß Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) ein Aufschlag von 100 Prozent auf den Einkaufspreis der Apotheke berechnet“, schreiben die Kassen. Dies erscheine vor dem Hintergrund des für die Apotheke anfallenden Arbeitsaufwands „unangemessen hoch“.

Der GKV-Spitzenverband moniert darüber hinaus, dass der Gesetzentwurf keine Qualitätsanforderungen an die abzugebenden Cannabisblüten vorsieht. Zum Schutz der Patienten sei aber eine „Beschränkung der Verordnungsfähigkeit auf standardisierte Extrakte“ nötig – oder zumindest eine Standardisierung des Wirkstoffgehalts der Cannabisblüten.

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