Gröhe: Cannabis auf Kassenrezept

, Uhr aktualisiert am 13.01.2016 08:46 Uhr
Berlin -

Arzneimittel auf Cannabisbasis sollen verkehrs- und verschreibungsfähig werden. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt. Apotheken sollen künftig nicht nur Fertigarzneimittel und Rezepturen, sondern auch Cannabisblüten und Cannabisextrakte in pharmazeutischer Qualität abgeben dürfen. Um die Versorgung zu gewährleisten, soll der Anbau von Cannabis in Deutschland erlaubt werden. Die Kassen sollen die Kosten übernehmen.

Bislang ist Cannabis nur in zugelassenen Fertigarzneimitteln verkehrs- und verschreibungsfähig. Sativex (GW/Almirall) ist das einzige in Deutschland zugelassene Arzneimittel mit Dronabinol. Bionorica tritt mit Kachexol auf der Stelle.

Cannabis zur Herstellung von Zubereitungen zu medizinischen Zwecken darf bislang nicht verordnet werden. Die entsprechenden Einträge in den Anlagen I, II und III des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) sollen nun angepasst werden. Damit wird Cannabis als BtM generell verkehrs- und verschreibungsfähig.

Durch diese Änderung ist künftig weder für Patienten noch für Apotheken eine Ausnahmegenehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mehr notwendig, um Cannabis zu beziehen. Die Entscheidung, ob ein Patient mit Medizinalhanf oder Cannabisextrakt behandelt werden kann, liegt in Zukunft allein beim Arzt.

Für die Verschreibung werden in der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) Höchstmengen festgelegt. Mediziner sollen innerhalb von 30 Tagen maximal 100 g Cannabis verordnen dürfen. In begründeten Ausnahmefällen dürfen Ärzte diese Grenze überschreiten. Zahn- und Tierärzte sollen Cannabis überhaupt nicht verschreiben dürfen. Daneben soll auch die Betäubungsmittel-Außenhandelsverordnung (BtMAHV) angepasst werden, damit Patienten ihre Cannabisblüten auf Reisen in „angemessenen Mengen“ mitführen dürfen.

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