Medizinalhanf

Cannabis gegen Epilepsie wirksam

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Berlin -

Cannabis gilt als Wundermittel: Droge, Extrakte und Fertigarzneimittel sollen gegen Multiple Sklerose (MS) ebenso einsetzbar sein wie gegen Schmerzen, Übelkeit, und Angststörungen. Klinische Evidenz ist allerdings bis heute nur vereinzelt vorhanden. Die Aktienkurse von Firmen wie GW Pharmaceuticals profitieren zuletzt eher von der Freigabe von Cannabis als Genussmittel in verschiedenen Ländern. Jetzt ist GW auch wissenschaftlich ein Durchbruch gelungen: In einer Phase-III-Studie konnte bei Kindern mit Epilepsie die Zahl der Anfälle signifikant reduziert werden.

GW hat sich auf die Erforschung cannabinoider Arzneimittel spezialisiert und untersucht potenzielle therapeutische Anwendungen von Cannabinoiden für eine Vielzahl von Krankheitsgebieten. Bislang hat der britische Hersteller mit Sativex (Cannabis sativa) in verschiedenen Ländern ein Fertigarzneimittel zur Symptomverbesserung bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) auf dem Markt.

Dass Cannabis-Extrakte auch bei Epilepsie helfen können, ist bereits seit längerem bekannt: Epidemiologische Studien hatten in der Vergangenheit gezeigt, dass die Einnahme von Cannabinoiden das Risiko für epileptische Anfälle reduziert. Bereits 1980 hatte eine klinische Studie an einer kleinen Patientenzahl eine gute antikonvulsive Wirkung gezeigt.

Nun soll mit Epidiolex das erste Präparat zur Behandlung der Epilepsie auf den Markt kommen. Die US-Zulassungsbehörde FDA hatte Epidiolex zur Behandlung des Dravet Syndroms bereits den Orphan-Drug-Status zuerkannt. Die seltene Form der juvenilen Epilepsie tritt bei weniger als einem von 40.000 Kindern auf und gilt bislang als nicht heilbar.

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