Cannabis wirkt bei Migräne

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Berlin - Cannabis ist seit März im Rahmen einer ärztlichen Therapie verordnungsfähig; das Anwendungsgebiet wurde dabei gesetzlich nicht eingegrenzt. Die wirksamen Inhaltsstoffe machen vor allem Schwerkranken mit chronischen Schmerzen Hoffnung. Italienische Wissenschaftler haben in einer Studie eine weitere potenzielle Indikation der Cannabinoide entdeckt: Möglicherweise kann Medizinalhanf zur Vorbeugung und Behandlung von Migräne eingesetzt werden.

Ein Forscherteam um Dr. Maria Nicolodi hat untersucht, inwiefern Wirkstoffe des Cannabis zur Prophylaxe oder Therapie der Migräne und Clusterkopfschmerzen geeignet sind. Zunächst wurde die Dosis bestimmt, die eine Wirkung hervorruft. 48 Migräne-Patienten bekamen in diesem Rahmen zunächst 10 mg einer Kombination aus zwei Präparaten zur oralen Anwendung.

Präparat 1 (Bedrocan) enthielt 19 Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) und Präparat 2 (Bedrolite) 9 Prozent Cannabidiol (CBD) und weniger als 0,4 Prozent THC. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Dosen unter 100 mg keinen Effekt erzielten. Erst die Einnahme von 200 mg der Wirkstoffkombination konnte akute Schmerzen um 55 Prozent reduzieren.

Im nächsten Schritt wurden 79 Patienten mit chronischer Migräne drei Monate lang mit täglich 25 mg Amitriptylin oder 200 mg der öligen THC/CBD-Emulsion therapiert. Außerdem bekamen 48 Patienten mit Clusterkopfschmerzen entweder 480 mg Verapamil oder 200 mg THC/CBD täglich. Eine Notfalltherapie wurde gegebenenfalls mit 6 mg Sumatriptan (subkutan) eingeleitet.

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