Chronische Schmerzen

Schmerzreduktion mit Cannabis: Keine Evidenz

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Die Forscher bewerteten die Einschränkung der Lebensqualität, Gründe für den Cannabiskonsum und die Effektivität von Cannabis aus Sicht der Patienten. Zudem untersuchten sie auch die Zusammenhänge zwischen Dosis und Schmerz sowie zwischen Dosis und der psychischen Gesundheit der Teilnehmer. Ein weiterer Fokus waren die „möglichen Opioid-vermeidenden Wirkungen von Cannabis“. Die Teilnehmer wurden zu Beginn der Studie befragt und wurden jährlich bis zum Ende der Studie mit Telefoninterviews oder Fragebögen verfolgt. Die Interviews beinhalteten Fragen zur Häufigkeit von Cannabiskonsum im vergangenen Jahr und im vergangenen Monat sowie Fragen zu Depressionen und Angstzuständen.

Obwohl die Anwendung von Cannabis im Patientenkollektiv üblich war, fanden die Forscher keine Evidenz dafür, dass Cannabis bessere Behandlungsergebnisse für den Patienten liefert. Campbell und ihr Team fanden keinen Hinweis auf eine zeitliche Beziehung zwischen Cannabiskonsum und Schmerzstärke. Sie beobachteten das Gegenteil: „Menschen, die Cannabis konsumiert haben, hatten stärkere Schmerzen.“ Dennoch berichteten die Patienten über „wahrgenommene Vorteile“ durch den Konsum von Cannabis.

Aufgrund der Nebenwirkungen von Opioiden und des hohen Suchtpotenzials wenden sich Forscher und Patienten nun medizinischem Cannabis als potenziell sicherere Alternative zu. Oft geht die Anwendung von Cannabis mit der Hoffnung einher, dass zusätzliche verordnete Schmerzmittel wie Opioide reduziert werden können. Laut den Wissenschaftlern um Campbell gebe es hierzu keine Evidenz, „dass Cannabiskonsum den Konsum verschriebener Opioide reduziert oder die Absetzraten der Opioide erhöht.“

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