Chronische Schmerzen

Schmerzreduktion mit Cannabis: Keine Evidenz Deniz Cicek-Görkem, 09.07.2018 14:00 Uhr

Berlin - Cannabis wird bei verschiedenen Krankheitsbildern eingesetzt, wobei der behandelnde Arzt entscheidet, wann und wie das Arzneimittel dem Patienten helfen soll. Die Verwendung des Medizinalhanf aus der Apotheke ist gesetzlich nicht an eine Indikation gebunden, die Studienlage ist verbesserungswürdig. Eine prospektive Kohortenstudie australischer Wissenschaftler legt nun nahe, dass die Symptome chronischer Schmerzen durch den Konsum von Cannabis nicht verbessert werden. Die Ergebnisse sind im Fachjournal „Lancet Public Health“ nachzulesen.

Mit der Legalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken – in einigen Ländern auch zu Genusszwecken – ist das „Gras“ vermehrt in den Fokus wissenschaftlicher Forschung gerückt. Den enthaltenen Cannabinoiden werden vielfältige Wirkungen zugesprochen, nicht alle sind in randomisierten kontrollierten Studien bewiesen worden. Doch was kann die Pflanze alles? Antworten zu dieser Frage wurden im vergangenen Jahr in der Capris-Studie präsentiert, die das Potenzial und die Risiken von Cannabis evaluierte.

Dabei wurde der aktuelle Forschungsstand zum Thema Cannabis durch eine wissenschaftliche Analyse von in den letzten zehn Jahren publizierten Daten erhoben. Es hatte sich gezeigt, dass Cannabis-Arzneimittel bei der Behandlung chronischer Schmerzen gegenüber Placebo überlegen waren. Die Schmerzreduktion betrug allerdings mindestens 30 Prozent. Evidenz gab es für eine leichte Schmerzreduktion, für eine substantielle Schmerzreduktion um mindestens 50 Prozent gab es keine Belege.

Die aktuelle Studie „Pain and Opioids in Treatment“ geht einen Schritt weiter und stellt die generelle Schmerzreduktion bei chronischen Schmerzen infrage. Die Forscher haben die Auswirkungen des Cannabiskonsums über einen Zeitraum von vier Jahren an 1514 Teilnehmern beobachtet, die an chronischen Schmerzen litten, die nicht auf Tumore zurückzuführen waren. Dr. Gabrielle Campbell und ihr Team vom Nationalen Drogen- und Alkoholforschungszentrum (NDARC) der Universität von New South Wales in Sydney analysierten die Wirkung des Cannabiskonsums auf die Schmerzschwere von Patienten, die verschreibungspflichtige Opioide eingenommen hatten.

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