Cannabis als Substitutionsmittel?

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Berlin - Das Potenzial der Cannabispflanze in der Suchtmedizin ist noch wenig erforscht. Bisher gibt es Hinweise darauf, dass Cannabidiol (CBD) die morphinabhängige Belohnungsreaktion im Gehirn und die Rückfallrate bei Morphinabhängigkeit reduzieren kann. Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München legen nahe, dass Patienten mithilfe von Cannabis das Verlangen nach Suchtmitteln wie Alkohol, Benzodiazepine oder Opioide reduzieren können.

Bisherige Untersuchungen zeigen, dass die Prävalenz des regelmäßigen Cannabiskonsums unter opioidsubstituierten Patienten 50-mal höher ist als in der Allgemeinbevölkerung. Es geht auch hervor, dass in dieser Patientengruppe etwa jeder Zweite regelmäßig Cannabis raucht. Allerdings fehlen grundlegende Daten über das Cannabiskonsumverhalten opioidabhängiger Patienten. Der Zusammenhang zwischen Cannabis- und Opioidkonsum ist Gegenstand der Forschung, die Datenlage ist diesbezüglich noch uneinheitlich.

LMU-Wissenschaftler wollten mit einer Pilotstudie neue Erkenntnisse gewinnen, indem sie das Cannabis-Suchtverhalten von 128 ambulant opioidsubstituierten Patienten analysierten. Dazu wurden die Studienteilnehmer mittels standardisierter, validierter Fragebögen zu cannabisspezifischen Erfahrungen befragt. Im Vordergrund standen unter anderem die Menge des konsumierten Cannabis, die Konsumhäufigkeit, Konsummotive, etwaige Entzugserscheinungen und Nebenwirkungen.

Den Patienten wurde zudem venöses Blut zur Bestimmung der Tetrahydrocannabinol (THC)-, Cannabidiol (CBD)-, Cannabinol (CBN)- und Nikotin-Serumspiegel entnommen. Die Forscher evaluierten den Einfluss des Cannabiskonsums auf benötigte Substitutionsdosen. Die Patienten waren durchschnittlich 45 Jahre alt, drei Viertel aller Teilnehmer waren männlich. Im Median haben sie mit 14 Jahren angefangen, Cannabis in einer täglichen Menge von 1 g zu konsumieren.

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