Tourette-Syndrom

Mit Hanf gegen Tics

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Berlin -

Sind Cannabis-basierte Medikamente zur Behandlung von Erwachsenen mit Tourette-Syndrom geeignet? Dieser Frage geht Professor Dr. Kirsten Müller-Vahl aus der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) nach. Die klinische Studie CANNA-TICS soll noch dieses Jahr starten und neue Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Extrake bei Tourette bringen.

Das Tourette-Syndrom ist eine Nervenerkrankung, die mit Tics einhergeht, das heißt unwillkürlichen Bewegungen und Lautäußerungen. Sie ist nicht heilbar. Bislang werden die Tics entweder verhaltenstherapeutisch oder mit Psychopharmaka behandelt. Seit einigen Jahren wird auch die Verwendung von Tetrahydrocannabinol (THC) für die mögliche Anwendung untersucht – auch, weil viele Patienten nach dem Konsum von Cannabis eine Linderung ihrer Symptome erfahren.

Doch bisher gibt es noch keine ausreichenden Erkenntnisse, die eine solche Behandlung begründen könnten. In CANNA-TICS soll es daher darum gehen, wie wirksam und sicher der Hanfpflanzen-Extrakt Sativex in der Behandlung von Erwachsenen mit Tourette-Syndrom ist. Es enthält die Cannabis-Wirkstoffe THC und Cannabidiol (CBD). In den kommenden drei Jahren werden 96 Patienten für elf bis 13 Wochen in sieben deutschen Zentren behandelt.

Theoretisch können Cannabis-basierte Medikamente auch heute schon zur Behandlung des Tourette-Syndroms verordnet werden. Meist scheitert dies aber an der fehlenden Kostenübernahme durch die Krankenkassen – eben weil die Wirksamkeit dieser Medikamente in der Behandlung von Patienten mit Tourette-Syndrom noch nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte.

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