GLP-1-Rezeptoragonisten

Abnehmspritzen: Positiver Effekt gegen Krebs?

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Berlin -

Die Einnahme von GLP-1-Rezeptoragonisten könnte laut Studien mit einem verringerten Krebsrisiko bei Patienten mit Diabetes und Adipositas einhergehen. Aktuelle Untersuchungen legen auch einen positiven Effekt bei adipösen, aber nicht-diabetischen Patientinnen und Patienten nahe.

In „Annals of Oncology“ wurden Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die den Zusammenhang zwischen der Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten und dem Risiko für 13 mit Adipositas assoziierte Krebsarten (OAC) untersuchte. Dazu gehörten Brustkrebs, Darmkrebs, Endometriumkrebs, Nierenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Eierstockkrebs, Speiseröhrenkrebs, Magen-Darm-Krebs, Leberkrebs und Gallenblasenkrebs, multiples Myelom und Meningeom.

Aus der US-Datenbank TriNetX mit insgesamt rund 113 Millionen Personen selektierte das internationale Forscherteam rund 160.000 Patientinnen und Patienten mit Übergewicht, von denen jeweils die Hälfte mit einem Inkretinmimetikum behandelt wurde beziehungsweise eine reine Ernährungs- oder Bewegungsberatung erhielt. Das mittlere Alter betrug 47 Jahre.

Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von zwei Jahren zeigte die Propensity-Score-Matching-Analyse eine signifikant niedrigere Inzidenz von OAC bei den Patientinnen und Patienten, die mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten behandelt wurden (Hazard Ratio 0,59; 95%-Konfidenzintervall 0,53–0,67). Sekundäre Analysen ergaben, dass die Anwendung von GLP-1-RA in allen Subgruppen außer der schwarzen Bevölkerungsgruppe mit einer geringeren kumulativen Inzidenz assoziiert war. Die Analyse mittels inverser Wahrscheinlichkeitsgewichtung der Behandlung bestätigte diese Ergebnisse.

Laut den Autoren sind nach der Zielstudiensimulation nun prospektive Studien erforderlich, um einen kausalen Zusammenhang zu bestätigen.

Vorteil bei Brustkrebs?

Ebenfalls auf der Grundlage von Daten aus TriNetX untersuchte ein weiteres US-Team einen möglichen Zusammenhang mit der Einnahme und der Prognose bei übergewichtigen oder diabetischen Patientinnen mit Brustkrebs. Aus den Daten von rund 840.000 Probandinnen wurden drei Kohorten identifiziert:

  • rund 1600 Patientinnen mit Adipositas, die entweder mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten behandelt wurden oder nicht
  • rund 2300 Patientinnen mit Typ-2-Diabetes, die entweder mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten oder mit Insulin beziehungsweise Metformin behandelt wurden
  • rund 4100 Patientinnen Typ-2-Diabetes, die entweder mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten oder mit einem SGLT2-Inhibitor behandelt wurden

Bei Patienten mit Adipositas war die Anwendung von Inkretinmimetika mit einer knapp zwei Drittel niedrigeren Gesamtmortalität (HR 0,35; 95 %-KI 0,21–0,58; p < 0,001) assoziiert. Das Rückfallrisiko war über einen Beobachtungszeitraum von zehn Jahren nur halb so hoch (HR 0,44; 95 %-KI 0,30–0,64; p < 0,001).

Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes gab es im Vergleich zu Insulin oder Metformin ebenfalls ein geringeres Risiko für die Gesamtmortalität (HR 0,09; 95 %-KI 0,06–0,15; p < 0,001) und das rezidivfreie Überleben (RFS) (HR 0,33; 95 %-KI 0,21–0,50; p < 0,001).

Im Vergleich zu SGLT2-Inhibitoren wurden keine signifikanten Unterschiede beobachtet.

Subgruppen- und Landmark-Analysen bestätigten diese Ergebnisse. Die Studie wurde in „JAMA Network Open“ veröffentlicht.

Laut den Autoren deuten die Ergebnisse dieser Kohortenstudie an Patientinnen mit Brustkrebs auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten und verbesserten Behandlungsergebnissen bei Patientinnen mit Brustkrebs und Adipositas sowie damit verbundenen metabolischen Erkrankungen hin. Die Ergebnisse sprächen für eine weitere Untersuchung in randomisierten klinischen Studien.

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