Cannabis-Präparate

Almirall zieht Bionorica davon

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Seit wenigen Tagen dürfen Apotheken in Deutschland theoretisch Cannabis-haltige Fertigarzneimittel auf Rezept abgeben. Bislang gibt allerdings noch kein Produkt auf dem Markt. Den Anfang soll jetzt das Präparat Sativex des britischen Herstellers GW Pharmaceuticals machen. Dagegen wird es noch etwas länger dauern, bis auch der Phytohersteller Bionorica mit einem eigenen Produkt an den Start geht.

Mit der Änderung des Betäubungsmittelgesetzes in der vergangenen Woche wurden Cannabis-Präparate in die Anlage III aufgenommen und gelten damit als verkehrs- und verschreibungsfähig. GW hat dem Vernehmen nach die Zulassung bereits sicher; Sativex soll daher ab Juli in den deutschen Apotheken erhältlich sein. Den Vertrieb wird Almirall übernehmen. GW will am Mittwoch über Details informieren.

Bei Bionorica konnte man keine Angaben machen, wann mit einem entsprechenden Fertigarzneimittel aus dem eigenen Hause zu rechnen ist. Das Zulassungsverfahren läuft seit längerem, konnte aber wegen der Rechtslage in Deutschland bislang nicht zum Abschluss gebracht werden. Das Unternehmen aus dem bayerischen Neumarkt will ein Dronabinol-haltiges Medikament als Begleittherapie bei AIDS, Krebs und MS. Ursprünglich auf den Markt bringen.


Sativex, ein Extrakt aus der ganzen Cannabispflanze (Cannabis sativa), beinhaltet die Cannabinoide Tetrahydrocannabinol (THC, Dronabinol) und Cannabidiol (CBD). Die Applikation des Oromucosal-Sprays erfolgt entweder unter der Zunge oder in der Backentasche.

In Großbritannien und Spanien ist das europaweit zugelassene Präparat bereits zur Behandlung von Spasmen und neuropathischen Schmerzen bei MS-Patienten auf dem Markt. In Großbritannien wird das Präparat von Bayer vertrieben, für alle anderen europäischen Ländern hat Almirall die exklusiven Vertriebsrechte.

Der britische Hersteller hat sich auf Betäubungsmittel spezialisiert, langfristig will das Unternehmen mehrere verschreibungspflichtige Cannabis-Präparate auf den Markt bringen. In den vergangenen sechs Monaten setzte GW insgesamt 16,6 Millionen Britische Pfund (rund 19 Millionen Euro) um, der Großteil entfiel mit 10 Millionen Pfund auf Nordamerika. Der Gewinn betrug 3,3 Millionen Pfund.

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