Medizinalhanf

ABDA: Exakte Angaben auf Cannabis-Rezepten

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Berlin -

Der Einsatz von Cannabis zur Schmerztherapie muss nach Auffassung der ABDA strengen Regeln folgen. Auf keinen Fall dürfe Cannabis als Joint geraucht oder in Form von Keksen oder Butter eingenommen werden. Damit sei die dem Körper zugeführte Wirkstoffmenge nicht zu kontrollieren, schreibt die ABDA in ihrer Stellungnahme zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung betäubungsrechtlicher Vorschriften. Außerdem verlangen die Apotheker präzise Angaben auf den Cannabis-Rezepten.

Im Mai hat die Bundesregierung auf Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) beschlossen, Cannabis zu medizinischen Zwecken freizugeben. „Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann“, so Gröhe. Patienten ohne therapeutische Alternative sollen getrocknete Cannabisblüten und -extrakte in Apotheken erhalten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) soll als staatliche Cannabisagentur fungieren. Bis es den geplanten staatlich kontrollierten Anbau in Deutschland gibt, soll die Versorgung mit Importen gedeckt werden.

Grundsätzlich begrüßt die ABDA diesen Schritt und dass beim therapeutischen Einsatz von Cannabis als Arzneimittel „auf die bewährten Versorgungsstrukturen der öffentlichen Apotheken“ zurückgegriffen werden soll. Damit setze die Bundesregierung eine Forderung des Deutschen Apothekertags 2015 in Düsseldorf um. Es müsse aber eine „klare Trennung zwischen dem therapeutischen Einsatz von Cannabis und seinem Gebrauch als Genussmittel“ gezogen werden. „In der konkreten gesetzlichen Umsetzung sehen wir dabei allerdings teilweise noch Modifizierungsbedarf“, übt die ABDA vorsichtige Kritik am Gesetzentwurf.

Verlangt wird eine Präzisierung der Angaben auf dem Cannabis-Rezept: „Die Angabe ‚Cannabis‘ auf dem Betäubungsmittelrezept ist aus unserer Sicht nicht ausreichend und muss durch den verschreibenden Arzt präzisiert werden.“ Es gebe unterschiedliche Cannabis-Sorten und -Varietäten, die sich hinsichtlich ihres Gehaltes an Cannabinoiden, insbesondere ∆9-Tetrahydrocannabinol (∆9-THC), und Cannabidiol, zum Teil beträchtlich unterschieden. So liege der Gehalt an ∆9-THC bei den über die holländische CannabisAgentur zu beziehenden Produkten zwischen 6,3 Prozent und 22 Prozent.

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