Der Cannabis-Pate

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Düsseldorf -

Ärzte können ihren Patienten künftig Cannabis auf Rezept verschreiben. Verordnungs- und erstattungsfähig sind Dronabinol, der Extrakt und die Blüten. Bionorica ist der führende Anbieter der natürlich und synthetisch hergestellten Rezeptursubstanzen – und distanziert sich vom Einsatz der Blüten. Rauchen oder Inhalieren kämen aus pharmakologischen Gründen nicht in Frage.

Firmenchef Professor Dr. Michael Popp hält an seiner Meinung fest, Blüten werde man nicht anbieten. Dass an Krebs erkrankte Patienten mit einem Rollstuhl vor das Krankenhaus gefahren werden, um einen Joint zu rauchen, kann und will er sich nicht vorstellen. Eine größere Gefahr sieht er jedoch in der Pharmakokinetik: Blüten seien keine Alternative zu Dronabinol. Sie seien schlecht dosierbar und hätten ein hohes Missbrauchspotential. Zudem gebe es Gesundheitsgefahren beim Rauchen oder Inhalieren.

Die Wirkung würde beim Rauchen zu schnell anfluten und nur von kurzer Dauer sein. Zudem hätten die Patienten mit erheblichen Nebenwirkungen zu rechnen: Das Führen von Maschinen sei beispielsweise nicht möglich. Dronabinol oder der Extrakt seien hingegen gut zu dosieren und Patienten könnten sehr genau eingestellt werden. Besonders wichtig sei es, das Arzneimittel einzuschleichen und somit die individuelle Dosierung zu erreichen. Einzig die Appetitsteigerung bleibe nicht aus, Patienten würden an Gewicht zunehmen. Dieser Effekt könnte jedoch bei älteren Menschen positiv sein.

Zudem befürchtet Popp mögliche chemische und mikrobiologische Verunreinigungen der Blüten. Schwankende Konzentrationen der Cannabinoide könnten keine Therapiesicherheit erzeugen. Popp kritisiert ebenso die non-GMP-Ware aus Kanada, die derzeit im Umlauf ist.

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