Medizinalhanf

Cannabis: Der erste Vollextrakt kommt

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Berlin -

Das kanadische Unternehmen Tilray hat angekündigt, als erster Hersteller Cannabis-Vollextrakte in pharmazeutischer Qualität auf den deutschen Markt zu bringen. Ab Mitte Oktober sollen die Präparate bundesweit in allen Apotheken verfügbar sein, die vom Großhändler Noweda beliefert werden.

Bei den neuen Produkten handelt es sich um sogenannte Vollspektrum-Extrakte, die neben den beiden Hauptwirkstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) auch alle weiteren Wirkstoffe der Cannabisblüte, wie beispielsweise Terpene, enthalten. Zu den Neuzugängen gehört der standardisierte Cannabisextrakt „THC25“ mit einem THC-Gehalt von 25 mg/ml. Der CBD-Wert liegt bei diesem Produkt unter 0,5 mg/ml. Außerdem kommt „THC10:CBD10“ auf den deutschen Markt, das einen THC- und CBD-Gehalt von 10 mg/ml aufweist. Beide Extrakte sind raffiniert in Traubenkernöl und werden in einer weißen PET-Flasche mit Pipette ausgeliefert. Die Präparate müssen kühl gelagert werden.

Im Gegensatz zu den Blüten der Pflanze, die geraucht oder mittels eines Verdampfers inhaliert werden müssen, sind die Tilray-Produkte für die orale Anwendung gedacht. Es handelt sich um Tropfen zum Einnehmen, die ein Rezepturarzneimittel darstellen. Daher muss in der Apotheke eine Identitätsprüfung vorgenommen werden. Eine Methodik stellt Tilray auf dem geschützten Bereich der Website zur Verfügung. Referenzsubstanzen sind über die Bionorica-Tochter THC Pharm zu beziehen.

Der Import ist das Resultat einer Zusammenarbeit zwischen Tilray, dem Großhändler Noweda sowie dem Rheinberger Pharmadienstleister Paesel & Lorei. In Zukunft ist geplant, entsprechende Importe über den gesamten pharmazeutischen Großhandel auszuliefern. Doch Tilray will nicht nur als erstes Unternehmen pflanzliche, dosier- und titrierbare Cannabisprodukte nach Deutschland liefern, sondern mittelfristig auch vor Ort herstellen. „Deutschland ist für uns der wichtigste europäische Markt“, betont Geschäftsführer Brendan Kennedy. „Unser Ziel ist es, die Forschungsmöglichkeiten in Deutschland zu nutzen.“

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