Medizinalhanf

1 Jahr Cannabis auf Rezept: Ein Überblick dpa/APOTHEKE ADHOC, 10.03.2018 08:44 Uhr

Frankfurt/Berlin - Am 10. März 2017, genau vor einem Jahr, wurde Cannabis zu medizinischen Zwecken freigegeben. Seitdem lassen sich immer mehr Patienten in Deutschland Behandlungen mit Medizinalhanf verschreiben. So verzeichnen die Apotheken eine rasant wachsende Zahl eingereichter Cannabis-Rezepte. Laut ABDA wurden im vergangenen Jahr 44.000 Einheiten Blüten zulasten der Krankenkassen abgegeben.

„Die Tendenz war von Quartal zu Quartal steigend, sowohl bei Rezepten als auch bei den Abgabeeinheiten“, erklärte Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK) und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI). Hätten die Apotheken im zweiten Quartal 2017 noch 4615 Rezepte mit gut 10.000 Einheiten verteilten Cannabis-Blüten verbucht, seien es im Schlussquartal 12.717 Rezepte mit rund 18.800 Einheiten gewesen. „Cannabis-Rezepturen sind also zumindest teilweise im Versorgungsalltag angekommen“, so Kiefer. Die Zahlen gehen auf Analysen des DAPI zurück, für die GKV-Verordnungen ausgewertet wurden. Verordnungen auf Privatrezepten wurden nicht erfasst.

Laut Kiefer ermittelt das DAPI aus Datenschutzgründen nicht, wie viele Patienten Cannabisblüten erhalten haben. „Unsere Zahlen legen aber die Vermutung nahe, dass es inzwischen deutlich mehr sind als die etwa 1000 Patienten, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes eine Ausnahmegenehmigung hatten. Cannabisrezepturen sind also zumindest teilweise im Versorgungsalltag angekommen.“

Bei den Krankenkassen hält sich die Begeisterung in Grenzen, denn Cannabis-Therapien kosten im Monat im Schnitt 540 Euro. Derzeit gehen massenhaft Anträge auf Kostenerstattung ein. Allein bei AOK, Techniker Krankenkasse und Barmer waren es seit der Freigabe insgesamt mehr als 15.700. Die Zahl der Anträge sei „sprunghaft gestiegen“, erklärte auch die DAK. Laut Kassen gibt es aber Anlaufprobleme, etwa wegen fehlerhafter oder unvollständiger Angaben. Bisher lehnen die vier Kassen rund ein Drittel der Anträge vorerst ab. Sie können dabei Angaben nachfordern.

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