Immer mehr Cannabis auf Rezept

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Berlin - Im ersten Halbjahr wurden in Apotheken rund 10.600 Cannabis-haltige Zubereitungen oder unverarbeitete Cannabisblüten zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgegeben. Insgesamt wurden 5100 Rezepte beliefert. Dies meldet die ABDA unter Berufung auf das hauseigene Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI).

Demnach wurden im März 564 Einheiten abgegeben, im April 1468, im Mai 3666 und im Juni 4921. Die Anzahl der belieferten Rezepte stieg entsprechend kontinuierlich an: von 488 Verordnungen im März über 884 im April, 1518 im Mai und 2213 im Juni. Seit dem 10. März dürfen Apotheken Rezepturarzneimittel mit Cannabisblüten auf ärztliche Verordnung abgeben. Vor dem Inkrafttreten des Gesetzes hatten rund 1000 Patienten eine Ausnahmegenehmigung für den Bezug von Cannabisblüten über Apotheken.

Auf Grundlage der zunehmenden Zahlen gehe er davon aus, dass immer mehr Patienten mit Cannabis versorgt würden, sagt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK). „Dennoch bleibt es dabei, dass es kein ‚Allheilmittel‘ ist, sondern nur eine weitere, in jedem Einzelfall kritisch zu würdigende, therapeutische Option“.

Das DAPI wertete Abrechnungsdaten aus öffentlichen Apotheken zulasten der GKV aus. Verordnungen auf Privatrezept wurden nicht erfasst. Auswertungen, wie viele Patienten mit Cannabisblüten versorgt oder welche Mengen ihnen verordnet wurden, sind laut DAPI nicht möglich. Zusätzlich zu den Rezepturarzneimitteln oder den unverarbeiteten Blüten verordneten Ärzte von März bis Juni rund 12.500 Fertigarzneimittel mit Cannabis-Inhaltsstoffen oder -Extrakten.

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