Medizinalhanf

Cannabis: Große Hoffnungen, viele Fragezeichen

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Berlin -

Cannabis auf Rezept – seit ein paar Wochen ist das für Schwerkranke möglich. Die Hoffnungen der Patienten sind hochgeschraubt – zu hoch vielleicht. Behörden und Verbände halten sich mit einer Beurteilung zurück.

Die Geschichten ähneln sich: Schwerkranke, die mit Cannabis schmerzfrei leben können. Patienten mit chronischen Schmerzen, die sagen: „Nur damit habe ich wieder Lebensqualität.“ Oder: „Cannabis ist das einzige, was mir hilft.“ Einige klagten vor Gericht auf eine Erlaubnis zur Eigenproduktion. Andere landeten vor Gericht, weil sie den Hanf zuhause angebaut hatten. Solche Fälle haben zuletzt für hohe Erwartungen in Cannabis als Medizin gesorgt.

Mittlerweile können Menschen bei schwerwiegenden Erkrankungen, bei chronischen Schmerzen und als Palliativ-Behandlung im Einzelfall Cannabis auf Rezept bekommen. Kann der Arzt nachweisen, dass es keine andere anerkannte Therapie für den Patienten gibt und die Cannabis-Gabe erfolgversprechend ist, sollen die Krankenkassen die Kosten für Cannabispräparate oder für getrocknete Cannabisblüten bezahlen. Im März hatte ein Gesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) den Weg dafür frei gemacht.

Etwa 1000 Patienten bundesweit durften bisher schon legal Cannabis nehmen. Sie hatten eine Sondergenehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Ob mit dem neuen Gesetz die Zahl der Cannabis-Patienten steigen wird, ist unklar. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat noch keine Informationen, wie vielen Menschen Cannabis bereits verordnet wurde. „Das Gesetz ist noch keine drei Monate in Kraft“, sagte ein Sprecherin.

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