Medizinalhanf

Erst Cannabis auf Rezept, jetzt Legalisierung? dpa, 22.02.2018 10:13 Uhr

Berlin - Ein Jahr nach der Freigabe von Cannabis auf Rezept stehen die Hersteller in den Startlöchern für einen Anbau in Deutschland. Folgen nun auch Schritte für eine Legalisierung des Freizeitkonsums?

Leicht tut sich Deutschland nicht mit Cannabis. So könnte man in einem Cannabislager, das derzeit in Bad Bramstedt nördlich von Hamburg entsteht, wohl auch die deutschen Goldbestände halbwegs sicher unterbringen. „Wir erfüllen die vorgeschriebenen hohen Auflagen“, versichert der Geschäftsführer des Betreibers Nuuvera Deutschland, Hendrik Knopp. Diese besagten unter anderem, „dass die Alarmanlage mit der Polizeidienststelle verbunden ist, die Wandstärken Sicherheitsklasse 3 erfüllen und modernste Sicherheitstechnik wie Bewegungs- und Erschütterungsmelder vorhanden sind“. Warum die großen Anstrengungen ums Hanf – und was könnten sie für Freizeitkiffer bedeuten?

Knopps Firma liefert Cannabis als Medizin. Vor einem Jahr beschloss der Bundestag einstimmig die Freigabe auf Rezept. Voraussichtlich im April entscheidet die staatliche Cannabisagentur, welche Firmen die Pflanzen in Deutschland anbauen dürfen. Die staatliche Agentur beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nimmt das Cannabis dann entgegen und gibt es an Apotheken ab.

„Für Deutschland ist die Cannabis-Freigabe für Patienten etwas Neues“, sagt Knopp. Zum laufenden Verfahren könne er sich nicht äußern. Nur so viel: „Da ist es gut, dass die Cannabisagentur mit deutscher Gründlichkeit arbeitet.“ Durch die hohen Anforderungen würden Glückritter ausscheiden, die schnelles Geld machen wollten.

Von seinem kanadischen Partner lässt sich Nuuvera Öl und Kapseln liefern. „Aus ärztlicher Sicht ist dabei der Vorteil, dass es leichter zu dosieren ist als bei der Verabreichung von Blüten“, sagt Knopp. „Wir bauen medizinische Produkte an, wir bauen keine Joints.“

APOTHEKE ADHOC Debatte