Cannabis: Apotheker klagen über Bürokratie

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Berlin - Cannabis zur legalen Anwendung ist derzeit verschreibungspflichtig und für betroffene Patienten nur über eine Verordnung auf Betäubungsmittelrezept erhältlich. Ein OTC-Switch steht derzeit behördlich nicht zur Debatte. Wie stehen Apothekenmitarbeiter zu diesem Thema?

Wie die aktuelle APOSCOPE-Studie zeigt, hat die Abgabe ohne Rezept Potenzial. Fast jeder Vierte steht dem positiv gegenüber. Die meisten Mitarbeiter wünschen sich dabei allerdings eine Beschränkung, zum Beispiel in Form von Höchstmengen, einer bestätigten medizinischen Diagnose oder einer Altersgrenze. Die Debatte zu diesem Thema findet im LABOR statt, der Diskussionsplattform für den Fachkreis.

Vor allem für Patienten mit Multipler Sklerose oder Rheuma sehen die Fachkräfte aus der Apotheke einen Nutzen von Cannabis. Aber auch bei chronisch-entzündlichen Krankheiten wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn oder auch bei psychiatrischen Erkrankungen könnte Cannabis einen positiven Effekt haben. Nur etwa 6 Prozent der Befragten gab an, dass die Blüten überhaupt keine sinnvolle Ergänzung in einer Therapie seien.

Cannabis wird derzeit in Deutschland bei „schwerwiegenden“ Erkrankungen eingesetzt, eine konkrete Indikation nennt der Gesetzgeber nicht. Daraus ergeben sich teilweise Probleme bei der Kostenübernahme, da der Interpretationsspielraum des Begriffs sehr groß ist. Nach Sozialgesetzbuch (SGB V) müssen die Krankenkassen bei vorliegendem Rezept und sorgfältig ausgefüllten Antrag für die Kosten der Therapie aufkommen. 81 Prozent der Befragten gab an, dass sie eine Kostenerstattung durch die Kassen als berechtigt ansehen. Nur rund 5 Prozent der Apothekenmitarbeiter befürworten das nicht.

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