Medizinalhanf

Lieferengpass: Cannabis fast ausverkauft Deniz Cicek-Görkem, 27.07.2017 12:23 Uhr

Berlin - Apotheken und Patienten melden, dass der Zugang zu Cannabis als Arzneimittel immer schwieriger wird. Apotheker warten häufig mehrere Wochen auf die Lieferung – für Patienten heißt es dann zunächst Therapiepause. Doch was ist der Grund? Der Lieferant Pedanios klärt auf. 

Nach Zahlen von QuintilesIMS wurden von März bis Mai 80 Prozent mehr Cannabis verordnet. Die Marktforscher wollen nicht von einem Boom sprechen, schon weil die Ausgangsbasis niedrig war. Allerdings stellt die zeitnahe medizinische Versorgung mit Medizinalhanf fünf Monate nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes eine Herausforderung dar. Die Importeure sind nur eingeschränkt oder gar nicht lieferfähig. Patienten, die seit Gesetzesänderung eine Therapie über die Apotheke begonnen haben oder fortführen, stehen vor dem Problem, dass sie wochenlang auf ihre Medikation warten müssen.

Cannabis-Blüten werden derzeit beispielsweise von ACA Müller importiert; zudem haben sich Fagron und Spektrum Cannabis – ehemals MedCann – auf dieses Feld spezialisiert. Der führende Lieferant ist Pedanios; das Unternehmen wurde vor Kurzem für 15,7 Millionen Euro von Aurora Cannabis gekauft, dem führenden kanadischen Hersteller von Medizinalhanf.

Von dem Lieferengpass sind bei Pedanios sowohl die Bedrocan-Sorten aus den Niederlanden, als auch eigene Varietäten aus Kanada betroffen. Das niederländische Gesundheitsministerium habe ein „Kapazitätsproblem“, sagt Geschäftsführer Patrick Hoffmann. Denn die Produktion sei nicht darauf angelegt, den deutschen Markt zu beliefern. „Um der deutlich steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wurde die Produktion zwar hochgefahren, diese ist allerdings noch nicht ausreichend“, so Hoffmann.
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