Medizinalhanf

Cannabis-Odyssee: Patient sucht Penelope Carolin Bauer, 18.08.2018 09:09 Uhr

Berlin - Rezepte mit bestimmten Cannabissorten können nur in wenigen Apotheken eingelöst werden. Richard Wilhelm* ist psychisch krank. Der 42-Jährige ist froh, dass er seit März 2017 medizinisches Cannabis zur Therapie nutzen darf. Doch die Beschaffung stellt für ihn eine Herausforderung dar. Denn was der Arzt verschreiben will, ist nicht immer in Apotheken verfügbar.

Wilhelm nahm viele Jahre Antidepressiva ein. „Ich habe mehr als ein Dutzend verschiedener Präparate ausprobiert.“ Er leidet an Depression und soziophobischen Störungen. Die Nebenwirkungen durch die Arzneimittel war er leid. „Man wird von den Medikamenten sehr komisch“, sagt er. Deshalb freute er sich über eine Therapiealternative.

Von seinem Arzt bekommt er gegen seine Erkrankung Cannabis verschrieben. „Ich bin darauf angewiesen“, sagt er. Aktuell suche er die Sorte Penelope. Die Cannabisblüten des kanadischen Herstellers Tweed werden laut der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Cannabinoidmedikamente von Spektrum Cannabis importiert. Weitere Importeure sind Fagron, Pedanios, Pohl Boskamp, Klenk, Cannamedical und ACA Müller ADAG Pharma. Die einzelnen Sorten werden als Blüten in fünf oder zehn Gramm Dosen abgegeben.

Wilhelm ruft Apotheken in ganz Deutschland an, um an die Blüten zu kommen. In seinem Heimatort in der Region um Hildesheim probiert er es nicht mehr. Als er vor etwa einem Jahr von seinem Arzt erstmals Cannabis verschrieben bekam, ging er in die Apotheke vor Ort. „Die haben mich komisch angeschaut“, erinnert er sich. Eigentlich wollte er ein diskretes Vier-Augen-Gespräch. Doch die neugierigen Mitarbeiter seien nicht abzuhalten gewesen.

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