Euthyrox

Franzosen decken sich in Deutschland ein APOTHEKE ADHOC, 25.09.2017 15:10 Uhr

Berlin - Nachdem die Rezeptur des Schilddrüsenpräparats Levothyrox (Levothyroxin) in Frankreich verändert wurde, klagen viele Patienten über Nebenwirkungen. Immer mehr Franzosen in der Grenzregion decken sich daher in Deutschland mit dem Medikament ein, unter anderem in der Stadt-Apotheke in Kehl. Denn hierzulande gibt es das Arzneimittel unter dem Namen Euthyrox in gewohnter Zusammensetzung. In einer Petition verlangen mittlerweile über 200.000 Unterzeichner, die alte Version des Medikaments in Frankreich wieder zugänglich zu machen.

„Französisches Levothyrox in der alten Zusammensetzung – lieferbar in unserer Apotheke!“ So informiert die Stadt-Apotheke in Kehl ihre französischen Kunden auf ihrer Homepage. Seit Wochen kommen laut Inhaber Gerald Albrecht immer mehr Franzosen über die Grenze, um das Schilddrüsenmedikament zu kaufen. Der Grund: Seit März wird dieses Medikament, das in Deutschland unter dem Namen Euthyrox im Handel ist, in Frankreich in neuer Zusammensetzung verkauft.

Drei Millionen Menschen sollen in Frankreich an Hypothyreose leiden. Fast alle sind mangels Alternativen auf das Präparat Levothyrox vom deutschen Hersteller Merck angewiesen. Doch zuletzt klagen viele Patienten über Nebenwirkungen wie Krämpfe, Schwindel und Gedächtnisstörungen. „Kunden berichten auch, dass sie ständig müde und matt sind“, so Albrecht. „Wir bekommen viele E-Mails und Anrufe. Viele Leute kommen auch persönlich vorbei.“ Die gesundheitliche Probleme sind auf die veränderte Zusammensetzung von Levothyrox zurückführen, sind sich viele Patienten sicher.

Im August wurde deshalb eine Petition mit dem Ziel gestartet, die alte Version des Medikaments wieder zugänglich zu machen. In kürzester Zeit wurde sie von mehr als 200.000 Menschen unterschrieben. Das Gesundheitsministerium in Paris räumt laut einem Bericht von Deutschlandfunk ein, in Einzelfällen könnten übergangsweise gesundheitliche Probleme auftreten. Die oberste Gesundheitsbehörde ließ sogar Ende August eine kostenlose Hotline einrichten. Mehrere zehntausend besorgte Patienten hätten sich bereits gemeldet. Patientenorganisationen sollen nach Medienberichten gegen Merck Klage eingereic

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