Finnland

Großhändler kann Apotheken nicht beliefern APOTHEKE ADHOC, 11.09.2017 14:35 Uhr

Berlin - Finnische Apotheken und Krankenhäuser hatten in der vergangenen Woche mit schwerwiegenden Lieferengpässen bei dringend benötigten Medikamenten zu kämpfen. Grund war ein misslungenes Software-Update bei Oriola, einem der beiden finnischen Großhändler.

Seit Dienstag vergangener Woche hat Oriola Probleme mit der Lieferung von Medikamenten. Dabei handele es sich nicht um Schnelldreher, die jede Apotheke vorrätig habe. „Das Problem besteht bei Produkten, die man nicht unbedingt auf Lager hat, die aber für besondere Kunden bestellt werden“, erklärte Risto Kanerva, Vorstandsmitglied des finnischen Apothekerverbandes, im Fernsehen. Betroffen seien unter anderem Krebs- und Schizophreniemedikamente sowie Insulin.

Laut Medienberichten leiden 70 Prozent der Apotheken im Land unter den Engpässen. Offenbar führte ein Update am System zur Ressourcenplanung zu den Ausfällen. Oriola hatte versprochen, die Probleme bis Anfang dieser Woche zu beheben. Ob dies eingetreten ist, bestätigte der Großhändler bisher nicht.

Das Problem wird dadurch erschwert, dass es in Finnland nur zwei Großhändler gibt: Oriola und die Phoenix-Tochter Tamro. Sie vertreiben jeweils exklusiv die kompletten Sortimente bestimmter Hersteller (Einkanal-Vertrieb) und beliefern alle Apotheken und Krankenhäuser damit. Die beiden Firmen kontrollieren jeweils etwa die Hälfte des Marktes. Oriola wurde 2006 aus dem größten finnischen Pharmaunternehmen Orion ausgegründet und beschäftigt heute 2800 Mitarbeiter.

APOTHEKE ADHOC Debatte