Nebenwirkungen

Levothyrox: Schadenersatzprozess gegen Merck APOTHEKE ADHOC/dpa, 03.12.2018 11:08 Uhr

Berlin - In Frankreich beginnt heute ein Zivilprozess gegen das deutsche Pharmaunternehmen Merck. Patienten hatten sich über unerwünschte Nebenwirkungen der in Frankreich eingeführten neuen Rezeptur des Mittels Levothyrox in einem Schilddrüsenmedikament beschwert. Eine Sammelklage fordert nun in einem Zivilprozess in Villeurbanne bei Lyon Schadenersatz.

Nach Angaben des Anwaltes haben sich mehr als 4100 Kläger der Sammelklage angeschlossen. Sie fordern jeweils 10.000 Euro Schadenersatz. Merck hatte die neue Zusammensetzung auf Bitte der französischen Medikamentenbehörde ANSM entwickelt. Dabei sollte die Stabilität des Wirkstoffs Levothyroxin verbessert werden. In Bezug auf die Bioäquivalenz ergeben sich keinerlei Unterschiede. „Das heißt, beide Arzneimittel können prinzipiell gegeneinander ausgetauscht werden“, heißt es aus Darmstadt. Am Wirkstoff selbst ändert sich nichts. Die neue Formulierung weicht jedoch im Vergleich zum Vorgänger in puncto Füllstoffe ab. Künftig ist Mannitol statt Laktose-Monohydrat enthalten.

Außerdem wird der Formulierung wasserfreie Zitronensäure hinzugefügt, die „als Konservierungsmittel zur Begrenzung des zeitbedingten Abbaus von Levothyroxin“ Anwendung findet. Beide Füllstoffe entsprechen den Vorgaben des Europäischen Arzneibuchs. Dennoch sei während der Umstellungsphase eine engmaschige Kontrolle notwendig.

Drei Millionen Menschen sollen in Frankreich an Hypothyreose leiden. Fast alle sind mangels Alternativen auf das Präparat Levothyrox vom deutschen Hersteller Merck angewiesen. Doch zuletzt klagen viele Patienten über Nebenwirkungen wie Krämpfe, Schwindel und Gedächtnisstörungen.

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