Rezeptur-Regal von der Wand gebrochen

Apotheke evakuiert: Chemikalien ausgelaufen

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Berlin -

In Schopfheim kam es am Mittwoch gegen 15 Uhr zu einem Großeinsatz der Feuerwehr. Der Grund: In einer Apotheke in der Innenstadt brach ein Regal voller Chemikalien von der Wand. Alle Personen mussten evakuiert werden und der Ort wurde großflächig abgesperrt.

Nachdem im Keller der Apotheke das Regal voller Chemikalien umkippte, rief der Inhaber die Feuerwehr. „Was genau ausgelaufen ist, können wir nicht sagen, da sich am Boden alles vermischte“, schildert er. So seien etliche Gläser zerbrochen. „Wir sprechen von einem regelrechten Chemiecocktail“, bestätigt Steffen Hofmann, Leiter der Feuerwehr Schopfheim. Auch der Inhaber habe nicht genau gesehen, was alles zu Bruch ging, zumal er nicht dabei war, als die Einsatzkräfte den Schaden beseitigten. „Wir haben alle das Gebäude verlassen, niemand sollte drinnen bleiben.“

Keine Explosionsgefahr

Laut Hofmann habe zwar keine Explosionsgefahr bestanden, aber da in Apotheken üblicherweise Laugen, Säuren und andere Gefahrstoffe lagern, musste der Schaden unter Schutzmaßnahmen beseitigt werden. „Die Chemikalien wurden mit einer speziellen Bindetechnik aufgenommen und unter Verschluss nach draußen gebracht“, erläutert er.

Es seien Einsatzkräfte mit dem Gefahrgutzug sowie dem Gerätewagen „Gefahrgut“ aus Lörrach gemeinsam mit dem DRK und der Polizei eingetroffen. „Es waren etwa 65 Kräfte beteiligt“, so Hofmann. „Wir sind in Schutzanzügen der Form 2 in das Labor der Apotheke gegangen.“

Konkret: „Dies sind Anzüge, die Schutz gegen Kontamination mit festen Stoffen bieten“, erklärt er. Die Anzüge bieten zudem einen eingeschränkten Schutz gegen Kontamination mit flüssigen Stoffen. „Wir konnten nicht ausschließen, dass unsere Einsatzkräfte mit giftigen Stoffen kontaminiert werden“, betont Hofmann. Weil Gefäße zerbrochen waren, konnte nicht mehr genau identifiziert werden, worum es sich bei den ausgelaufenen Chemikalien handelte.

Dekontaminationsstrecke

Auch deswegen wurde vor der Apotheke eine sogenannte Dekontaminationsstrecke aufgebaut. Die Einsatzkräfte wurden dort in den Schutzanzügen in einer Art Dusche abgewaschen. „Im Anschluss misst man, ob noch giftige Stoffe nachweisbar sind.“ Nach etwa vier Stunden sei der Einsatz beendet gewesen und niemand sei zu Schaden gekommen. „Die Apotheke hatte an diesem Tag geschlossen. Der Inhaber musste das Labor im Anschluss noch intensiv reinigen, wir haben nur das Gefahrgut sichergestellt“, so der Feuerwehrmann.

Er lobt den Inhaber: „Der Apotheker hat sehr umsichtig gehandelt und alle Menschen vorsorglich nach draußen gebracht. Das war vorbildlich.“

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