Medizinalhanf

„Krankenkassen sind Saboteure“ Deniz Cicek-Görkem, 19.02.2018 13:31 Uhr

Berlin - Die Änderung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) im März 2017 war für viele Patienten wie Licht im Tunnel. Sie hatten Hoffnung auf eine neue Therapiealternative, auf Verbesserung ihres Gesundheitszustands und auf ein besseres Leben. Schließlich sollten auch die Kosten per Gesetz übernommen werden. Doch die Euphorie kippte schnell um. Die eingeschränkte Lieferfähigkeit der Hersteller und die Willkür der Krankenkassen führte schnell zu schlechter Laune. So in etwa beschreibt Cannabis-Patient Maximilian Plenert die Folgen der Legalisierung zu medizinischen Zwecken und die daraus folgenden Misere für die Betroffenen.

„Ich stehe schlechter da als vorher“, moniert Plenert, der seit 2014 medizinisches Cannabis zur Linderung seiner Beschwerden legal einsetzt. Der 35-Jährige leidet an ADHS und ist seit September 2013 auf Methylphenidat eingestellt. „Medikinet hat die Probleme durch mein ADHS im sozialen, familiären, persönlichen und beruflichen Bereich erträglich gemacht.“

Doch es gibt eine Kehrseite, denn das ständige „unter Strom stehen“ zehrt mittelfristig an der Kondition. Zudem lassen ihn Lücken in der Wirkung im Tagesverlauf „regelmäßig in Löcher fallen“. Begleitet wird seine Therapie von Nebenwirkungen wie vermehrtem Schwitzen, reduziertem Appetit behiehungsweise Appetitschwankungen und Heißhungerattacken, Schlafproblemen, Unruhe, Nervösität sowie Reizbarkeit.

Er schwört auf die positive Effekte, die ihm der Hanf gibt. „Cannabis beruhigt mich, ohne müde zu machen.“ Für seine Therapie greift er auf die mittelstarken Sorte Bedica des niederländischen Herstellers Bedrocan zurück, das in in granulierter Form vorliegt. Der Gehalt an Δ9-trans-Tetrahydrocannabinol (THC) liegt bei diesen Blüten bei etwa 14 Prozent, an Cannabidiol (CBD) maximal 1 Prozent.

APOTHEKE ADHOC Debatte