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Bundessozialgericht weist Festbetragsklagen ab APOTHEKE ADHOC, 17.05.2018 13:10 Uhr

Berlin - Das Bundessozialgericht (BSG) hat das Festbetragssystem bestätigt. Es hat die Revisionsklagen dreier Arzneimittelhersteller abgewiesen, die die Aufhebung der Festbetragsbeschlüsse des GKV-Spitzenverbandes erzwingen wollten.

Die klagenden Hersteller seien „weder in ihrem verfassungsrechtlich geschützten Recht auf gleiche Teilhabe an einem fairen Wettbewerb noch in ihren einfachgesetzlichen Anhörungsrechten als pharmazeutisches Unternehmen verletzt“, so das BSG. Die Festbeträge bildeten vielmehr ein preisregulierendes Anreizsystem, mit dem Wettbewerbselemente in den Markt der GKV eingeführt werden, „die dort wegen des Auseinanderfallens von Nachfrager und Kostenträger fehlen“. Ihr wesentliches Ziel ist die Stärkung des Preiswettbewerbs.

Eine mit der Herabsetzung des Festbetrags verbundene Wettbewerbsverzerrung komme nur dann in Betracht, „wenn der neue Festbetrag nicht mit den Marktrealitäten in Übereinstimmung zu bringen, eine wirtschaftliche Preisgestaltung nicht möglich ist und sich Anbieter deshalb so weit vom Markt zurückziehen, dass dadurch eine Einschränkung des Preiswettbewerbs zu befürchten ist“, führen die Richter aus. Das sei jedoch in keinem der drei Fälle gegeben.

Die vom GKV-Spitzenverband festgesetzten Festbeträge unterschritten die Grenze der Wirtschaftlichkeit nicht, so das Gericht. Die Untergrenze der Ein-Fünftel-Regelung sei eingehalten worden. Es gebe weiterhin bei 20 Arzneimitteln, die zum herabgesetzten Festbetrag für die Versicherten zuzahlungsbefreit bleiben, keine Hinweise darauf, dass der neue Festbetrag einen unerwünschten, den Wettbewerb schädigenden Kellertreppeneffekt auslösen könnte.

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