Medizinalhanf

Cannabis: Mediziner beklagen große Unsicherheiten dpa, 12.03.2018 09:54 Uhr

Erfurt - Ein Jahr nach der Freigabe von Cannabis als Arzneimittel beklagt der Berufsverband Thüringer Schmerztherapeuten Unsicherheiten bei der Vergabe. Es fehlten Vorgaben zum medizinischen Einsatz von Cannabis, sagte der Schmerztherapeut Dr. Ingo Palutke dem MDR Thüringen.

Viele Aspekte bei dem Schmerzmittel seien unklar und die wissenschaftliche Datenbasis überschaubar. Gänzlich ungeklärt sei etwa die rechtliche Frage der Fahrtauglichkeit. Auch sei die Abgabe von Cannabisblüten mit der modernen Pharmakotherapie nicht vereinbar.

Der stark schwankende Wirkstoffgehalt erschwere erheblich eine stabile Dosierung oder mache sie gar unmöglich. Insgesamt gebe es zu wenige gesicherte Daten für die Behandlung bestimmter Krankheiten. Deshalb seien Ärzte erheblich verunsichert.

Patienten wiederum glaubten häufig, dass Cannabis als pflanzliches Produkt harmlos sei, sagte Palutke. Dadurch komme es oft zu medizinisch unrealistischen Verordnungswünschen. Es ist zweifelsfrei, dass Cannabis Schmerz lindere, sagte er dem Sender. Ob dies besser gelinge als mit seit langem eingesetzten Opiaten, könne nicht bestätigt werden.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte