Direkt vor der Anhörung: BVDVA schießt gegen Bühler

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Berlin - Kurz bevor Pharmaziestudent Benedikt Bühler im Bundestag unter den Augen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Rx-VV-Petition verteidigt, schießt der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) nochmal gegen das Vorhaben und seinen Initiator persönlich. Er verweist darauf, dass nicht einmal die ABDA hinter Bühler steht und dass es widersprüchlich sei, wenn ausgerechnet er sich gegen die Hollandversender stellt.

Der BVDVA geht aber noch weiter: Es seien nicht die Vor-Ort-Apotheken, die es zu retten gelte. „Allein die von Bühler unausgesprochene Annahme, dass Versandapotheken eine flächendeckende Arzneimittelversorgung und Arbeitsplätze gefährden, ist schlichtweg falsch. Versandapotheken stärken die Versorgung gerade auf dem Land und haben schon viele Arbeitsplätze geschaffen“, so BVDVA-Vorstand Christian Buse. „Dabei ist eigentlich klar: Die Vor-Ort- und Versandapotheken ergänzen sich sehr gut“.

Der Verband arbeitet sich aber nicht nur an der Branche ab, sondern auch an Bühler persönlich: Der 20-Jährige studiert nämlich in Budapest. „Da gerade Bühler vom europäischen Gedanken profitiert, ist sein Kampf gegen die europäische Rechtsprechung schwer nachvollziehbar“, so der BVDVA. „Genauso wie junge Leute überall studieren können, Freizügigkeit mit Blick auf den Arbeitsplatz herrscht, genauso ist es mit digitalen Angeboten und Warenströmen jeglicher Art: Sie sollten nicht an einer administrativen Grenze Halt machen.“

Im gleichen Atemzug wendet sich der BVDVA allerdings selbst gegen die europäische Rechtsprechung: Das eigentliche Problem sei nämlich nicht der Rx-Versand, sondern das EuGH-Urteil vom Oktober 2016. Dadurch bestehe „aktuell tatsächlich eine Ungleichheit zwischen deutschen und europäischen Apotheken“, weil die Hollandversender Boni gewähren dürfen, deutsche Apotheken – und damit auch deutsche Versandapotheken – aber nicht.

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