Bühler: Ich habe die Gutachten jetzt – elfmal

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Berlin - Die ABDA-Spitze wollte Pharmaziestudent Benedikt Bühler die Langfassung ihrer Gutachten zum Rx-Versandverbot nicht überlassen. Das hat für viel Unverständnis auch in den Mitgliedsorganisationen gesorgt, denn Bühler braucht die Dokumente nach eigenen Angaben bei der Anhörung im Petitionsausschuss. Das Problem haben inzwischen andere gelöst: „Ich habe die Gutachten jetzt – elfmal“, so Bühler gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Im Rahmen eines Fachgesprächs hatte Bühler erneut nach den Gutachten der Professoren Udo di Fabio, Jürgen Schwarze und Ulrich Becker gefragt. Doch ABDA-Präsident Friedemann Schmidt, Hauptgeschäftsführer Dr. Sebastian Schmitz und Pressesprecher Dr. Reiner Kern halten es für nicht opportun, jetzt mit den Gutachten an die Öffentlichkeit zu gehen. Der eingeschlagene Weg von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Rx-Boni über das Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) zu verbieten, soll nicht schon wieder verlassen werden.

Doch die Strategie der ABDA-Spitze ging nicht auf: Für die mangelnde Unterstützung Bühlers seitens der Standesvertretung hagelte es viel Kritik und auch die Geheimhaltung der Gutachten scheiterte. Zumindest teilweise wurden sie Bühler anonym zugespielt. Ansonsten möchte er über die Quellen nicht sprechen. Er habe die ABDA darüber informiert, dass Minister Spahn persönlich zur Anhörung kommen wird und in diesem Zuge auch erwähnt, dass er nunmehr über die Einschätzungen der Juristen verfüge. Seitdem habe er von der ABDA nichts mehr gehört.

Und selbstverständlich werde er die Gutachten jetzt auch in die Anhörung einbringen. Im Petitionsausschuss möchte er über die Sinnhaftigkeit des Rx-Versandverbots sprechen, nicht über die Frage der Umsetzbarkeit, kündigt Bühler an. „Ich möchte die Systemfrage stellen“, so der Pharmaziestudent. Denn aus seiner Sicht ist der Zug bei dem Thema längst nicht abgefahren. Sollte sich die EU-Kommission gegen ein Rx-Boni-Verbot stellen, sei das eine vollkommen neue Ausgangssituation für die Frage des RxVV. Entsprechend hatte sich zuletzt CDU-Politiker Dr. Georg Kippels geäußert.

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