Deutscher Apothekertag

Beifall für Bühler – Zurückhaltung für Schmidt

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Düsseldorf -

Gut 70 Minuten müht sich ABDA-Präsident Friedemann bei den 300 Delegierten des Deutschen Apothekertages (DAT) um Zustimmung für das umstrittene Apothekenstärkungsgesetz. Am Ende erhält er spärlichen Beifall. Am stärksten war der Applaus andererseits, als Schmidt dem Pharmaziestudenten Benedikt Bühler Respekt für dessen Rx-Versandverbotspetition zollt. Der ABDA-Präsident rief die Apotheker dazu auf, die „unvermeidlichen Veränderungen in unserer Gesellschaft positiv zu nutzen“. Das Apothekenstärkungsgesetz zeige einen Weg aus der Abhängigkeit der Apotheken von der Politik auf.

Die Zukunft der Apotheken werde unter anderem wegen der Digitalisierung anders aussehen. Sie verlange nach Ideen und „beherztem Zugriff auf die sich bietenden Chancen“. Die Apotheker können laut Schmidt grundsätzlich positiv in ihre berufliche Zukunft sehen: „Wie werden gebraucht, wir werden gefragt. Das ist heute so und das wird auch so bleiben. Wer mit Menschen arbeitet, braucht neben Professionalität vor allem Empathie, soziales Empfinden und Kreativität. Maschinen bringen diese Eigenschaften nicht auf. Das wird auch in ferner Zukunft so bleiben“, sagte Schmidt. Das sei die Botschaft, auf die es ankomme: „Wir sind die, die zuhören und Antwort geben.“

Im Apothekenstärkungsgesetz gebe es gute Ansätze. Es gebe unter anderem Regeln gegen das Steuern von Patienten und das Makeln von Rezepten. „Für uns ist das ein elementarer Punkt, davon hängt unsere Zukunft ab“, so der ABDA-Präsident. Man lebe in einer Welt der Individualität und Regionalität: „Warum sollten wir eigentlich Angst vor einem Wettbewerb unter solchen Parametern haben?“

Ausführlich ging Schmidt auf die Meinungsverschiedenheiten in der ABDA zum Apothekenstärkungsgestz ein. Es gebe ein breites Meinungsspektrum bis hin zu strikter, unbedingter Ablehnung. Der ABDA-Präsident verwies allerdings darauf, dass es in vier Mitgliederversammlungen nach langen Diskussion stets einstimmige Beschlüsse gegeben habe. Den stärksten Beifall erhielt Schmidt für die Aussage: „Ja, ein Verbot des Versandhandels wäre die wirksamste Maßnahme“ gegen das EuGH-Urteil von Oktober 2016. Dann fügte er hinzu: „Und nein, diese Maßnahme ist unter den gegenwärtigen politischen Bedingungen nicht durchsetzbar.“

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