Bühlers Brandbrief: RxVV oder Untergang

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Düsseldorf - Benedikt Bühler hat sich in einem offenen Brief an alle Delegierten des heute beginnenden Deutschen Apothekertags (DAT) gewandt. Der Pharmaziestudent hatte die Petition zum Rx-Versandverbot initiiert und erwartet von den DAT-Delegierten, das Thema erneut zu diskutieren. Sein Motto: Lieber mit wehenden Fahnen untergehen, als mit einem schlechten Gesetz allmählich untergehen.

2019 wird nach Bühlers Überzeugung das Jahr der wichtigen Entscheidung für den Berufsstand sein. Versorgen weiter die Apotheken vor Ort oder werden das in Zukunft „Hüffenhardt’sche Arzneimittelautomaten“ übernehmen? Das geplante Apothekenstärkungsgesetz sieht er kritisch: „Die Gleichpreisigkeit für alle Versicherten und vergütete pharmazeutische Dienstleistungen sind zweierlei Paar Schuhe“, so Bühler. Letztere seien die Zukunft, weswegen dieser Schritt grundsätzlich zu begrüßen sei. „Allerdings muss sich hier die Frage gestellt werden, was der Preis für die vergüten pharmazeutischen Dienstleistungen ist.“ Apothekenstärkungsgesetzes (VOASG) werde die Gleichpreisigkeit weder für alle Versicherten umgesetzt, noch sei das Boni-Verbot rechtssicher.

„Dafür sollen Arzneimittelabgabeautomaten auch für ausländische Versender in Zukunft legalisiert werden. Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis an Bahnhöfen, Tankstellen, Supermärkten, Ärztehäusern und anderen stark frequentierten Orten solche Abgabeautomaten zu finden sind“, so Bühler. Das habe nichts mit einer Stärkung der Apotheke vor Ort zu tun.

Auch die verpflichtenden Temperaturkontrollen im Versandhandel seien im Kabinettsentwurf so schwammig formuliert, dass dies kaum positiven Einfluss auf die Patientensicherheit haben werde. „Im Allgemeinen wundere ich mich, dass die Gültigkeit der Deutschen Apothekenbetriebsordnung nicht in der Gesamtheit auch für (ausländische) Versandapotheken verpflichtend eingeführt werden soll“, schreibt Bühler.

Dass das Bundesgesundheitsministerium (BMG) die Einführung des E-Rezepts vorrübergehend mit dem Verweis auf „Online-Apotheke“ beworben und dies erst später korrigiert hatte, ist für Bühler die „allerletzte Warnung sehen, das Rx-Versandverbot wieder in Betracht zu ziehen“. Ansonsten sieht er die Gefahr, dass der EuGH das Rx-Boni-Verbot in ein paar Jahren kassiert und Abgabeautomaten in Deutschland etabliert sind. Auch der letzte „Spahn-Fan“ könne sehen, wohin die Reise mit ihm gehen, poltert Bühler.

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