Bühler: „Ohrfeige an die Standesvertretung“

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Berlin -

Der Beschluss des Bundesrates für ein Versandverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel findet in der Branche Zuspruch. Die Landesapothekerkammer Hessen hat sich bereits hinter das Votum der Länderkammer gestellt, Pharmaziestudent Benedikt Bühler, der über 400.000 Unterschriften für das Rx-VV gesammelt hat, sieht darin eine Aufforderung „bis zum Schluss zu kämpfen“.

„Die Bundesländer erkennen, dass nur durch den Ausschluss der verschreibungspflichtigen Arzneimittel vom Versandhandel, wie das übrigens in 21 der derzeit 28 Mitgliedsstaaten der EU gehandhabt wird, die Gleichpreisigkeit wiederhergestellt werden kann“, lobt LAH-Präsidentin Ursula Funke die Länderkammer. Sie gibt die Initiative nun an den Bundestag weiter: „Wir appellieren daher mit Nachdruck an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, auf die Einschätzung ihrer Länderkollegen zu vertrauen und sich ihnen anzuschließen und so endlich wieder für gleiche Preise zu sorgen.“

Denn anders als die Bundestagsabgeordneten hätten die Vertreter der Bundesländer erkannt, dass die im vom BMG im Entwurf des Gesetzes zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken vorgesehene Regelung der Boniverbote im Sozialgesetzbuch nicht ausreicht, die Gleichpreisigkeit bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wiederherzustellen. „Für die Zukunftssicherung der Apotheken vor Ort – in Stadt, Dorf und Land – sind einheitliche Preise unerlässlich. Man erkennt, dass die Vertreter der Länder näher bei den Menschen und ihren Sorgen und Bedürfnissen sind“, so Funke.

Auch der Pharmaziestudent Benedikt Bühler, der im Sommer eine Petition für ein Rx-Versandverbot initiierte, zeigte Genugtuung über den Beschluss des Bundesrats. „Ich würde sagen, das war ein Schlag mitten ins Gesicht für das BMG und die Amtsführung“, schrieb er auf Facebook. „By the way war das auch eine Ohrfeige an die Standesvertretung.“ Die ABDA war im Rahmen der Verhandlungen mit dem BMG zum Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz von ihrer Forderung nach einem Rx-Versandverbot abgerückt.

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