Kommentar

Explosives Gemisch: Die Politik und der DAT

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Spahn wollte den Botendienst lockern und Abgabeautomaten neu definieren. Herausgekommen ist dabei aus Sicht der Apotheker der Versuch, dem Versandhandel den Weg freizuschaufeln. Das hat der Bundesrat zwar vereitelt. Aber können die Apotheker Spahn noch über den Weg trauen – ihm, der auf der BMG-Homepage offen für Versandapotheken werben ließ? Das wurde zwar rasch korrigiert, aber an ein Versehen glauben nicht alle im Apothekenlager.

Man darf also gespannt sein, ob und wie der ABDA-Präsident in seinem politischen Lagebericht die Dinge sieht und einordnet. Flüchtet er sich erneut in philosophische Betrachtungen oder schenkt er den Delegierten dieses Mal reinen Wein ein. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr in München schreckte Schmidt die Delegierten erst mit seinem Schlusswort auf: „Wir stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Wir kommen mit unserer klassischen Haltung nicht mehr weiter. Wir stehen vor einer gewaltigen Reform-Agenda. Wir haben ein unglaubliches Maß an Reformbedarf.“ Am Ende müssten die Apotheker „Kröten schlucken“.

Und BAK-Präsident Dr. Andreas Kiefer rutschte der verräterische Satz über die Lippen: „Wir werden am Ende die Aufgabe der Gleichpreisigkeit akzeptieren müssen, das ist nicht ganz einfach.“ Damit haben beide recht behalten. An diesem Punkt steht die ABDA immer noch. Der politische Knoten ist noch nicht gelöst und die Lage unübersichtlicher denn je.

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